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Fed lĂ€sst Leitzins auf hohem Niveau - Noch nicht die Zeit fĂŒr Senkung

31.01.2024 - 21:13:13

WASHINGTON - Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belÀsst den Leitzins zum vierten Mal in Folge unverÀndert auf hohem Niveau.

(Neu: Äußerungen von Fed-Chef Powell)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belÀsst den Leitzins zum vierten Mal in Folge unverÀndert auf hohem Niveau. Er liegt damit weiterhin in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent, wie der Zentralbankrat am Mittwoch in Washington mitteilte. Zu diesem Satz können sich GeschÀftsbanken Zentralbankgeld leihen. Die Entscheidung war erwartet worden. Es ist der höchste Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Die Fed machte deutlich, dass sie noch nicht bereit sei, die Zinsen zu senken. Man mĂŒsse erst mehr Vertrauen gewinnen, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung 2 Prozent bewege, hieß es in der ErklĂ€rung der US-Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell sagte, die Fed sei bereit, das hohe Zinsniveau lĂ€nger beizubehalten.

Seit MĂ€rz 2022 hat die Fed ihren Leitzins im Kampf gegen die Inflation im rekordverdĂ€chtigen Tempo um mehr als fĂŒnf Prozentpunkte angehoben - zuletzt aber nicht mehr an der Zinsschraube gedreht. Die rasante Teuerung war unter anderem vom Anstieg der Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden.

Angesichts der nachlassenden Inflation wird erwartet, dass die US-Notenbank bald die Zinsen senken könnte. Im Dezember hatte die Jahresrate bei 3,4 Prozent gelegen. Die US-Notenbank strebt mittelfristig eine PreisstabilitÀt von 2 Prozent an. Die Inflation im Zaum zu halten, ist die klassische Aufgabe der Notenbanken.

"Die Inflation ist immer noch zu hoch, und die weiteren Fortschritte bei ihrer Senkung sind nicht gesichert", mahnte Powell. Er machte jedoch deutlich, dass das aktuelle Zinsniveau "wahrscheinlich seinen Höchststand erreicht" habe. Powell stellte mögliche Zinssenkungen "irgendwann in diesem Jahr" in Aussicht. Die Entscheidung, wann diese kommen könnten, hĂ€nge unter anderem davon ab, wie hartnĂ€ckig die Inflation sei. "Wir werden zu diesem Zeitpunkt noch nicht den Sieg verkĂŒnden."

Notenbanken drehen im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise an der Zinsschraube. Steigen die Zinsen, mĂŒssen Privatleute und Wirtschaft mehr fĂŒr Kredite ausgeben - oder leihen sich weniger Geld. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr einer Rezession. Die richtige Balance zu finden, ist die große Herausforderung fĂŒr Zentralbanker.

Die rasanten Zinsanhebungen der Fed hatten das Wachstum in der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft gedĂ€mpft. Im vergangenen Herbst war die US-Wirtschaft aber stĂ€rker gewachsen als erwartet. Im vierten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt zum Vorquartal hochgerechnet aufs Jahr um 3,3 Prozent, wie die US-Regierung vor rund einer Woche mitteilte. Fachleute hatten im Schnitt mit 2 Prozent gerechnet. Volkswirte zeigten sich positiv ĂŒberrascht. Die Aussichten, eine Rezession zu vermeiden, haben sich verbessert. Angesichts des robusten Wirtschaftswachstums dĂŒrfte es die Fed mit Zinssenkungen nicht allzu eilig haben.

Beobachter rechnen frĂŒhestens nach der kommenden Sitzung im MĂ€rz mit einer Zinssenkung. Denn bisher scheint es so, dass es der Fed gelungen ist, den Preisanstieg abzuschwĂ€chen, ohne die Wirtschaft vollends auszubremsen. Die Entscheider der Fed rechneten im Dezember fĂŒr dieses Jahr im Mittel mit einem Leitzins von 4,6 Prozent. Das deutet auf etwa drei Zinssenkungen im Jahr 2024 hin. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es durchaus mehr sein könnten. Doch gute Wirtschaftsdaten mindern den Druck auf die Fed, die Zinsen schnell deutlich zu senken.

Denn Fed-Chef Powell mahnt immer wieder zur Vorsicht. Zwar gibt die rĂŒcklĂ€ufige Inflation den WĂ€hrungshĂŒtern in den USA nun etwas Spielraum. Aber Powell hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Daten mit Vorsicht zu genießen seien und man abwarten mĂŒsse, ob der RĂŒckgang dauerhaft sei. Er fĂŒrchtet, dass bei zu schnellen Zinssenkungen die Inflation wieder in die Höhe schnellen könnte. Denn eine grĂ¶ĂŸere Kaufkraft könnte einen Inflationsschub auslösen. Das wĂŒrde voraussichtlich schnell steigende Verbraucherpreise zur Folge haben.

Anders als im Euroraum wird die Inflation in den USA vor allem von einer großen Nachfrage und einem starken Arbeitsmarkt angetrieben. Ein starker Arbeitsmarkt erschwert der Fed grundsĂ€tzlich den Kampf gegen die Inflation, da er die Löhne antreibt.

@ dpa.de