USA belegen Indien wegen Kreml-GeschÀften mit neuen Zöllen
06.08.2025 - 18:35:34(Neu: Weitere Details)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump belegt Indien wegen dessen ĂlgeschĂ€ften mit Russland mit zusĂ€tzlichen Zöllen. Die neuen Abgaben in Höhe von 25 Prozent sollen 21 Tage nach der heutigen Unterzeichnung des entsprechenden Dekrets in Kraft treten, heiĂt es in der Anordnung des Republikaners. Damit könnte er auch einen Puffer geschaffen haben, um bis zum 27. August doch noch einen Deal mit Indien zu erzielen.
Mit den zusĂ€tzlichen 25 Prozent wĂŒrde sich der Satz fĂŒr Indien Ende August auf insgesamt 50 Prozent verdoppeln. Die ersten 25 Prozent greifen laut US-Regierung bereits in der Nacht auf Donnerstag (00:01 Uhr Ortszeit) - sie gehören zu einem Zollpaket gegen Dutzende weitere LĂ€nder.
Mit dem Schritt will der US-PrĂ€sident die wirtschaftliche Basis des Kremls weiter schwĂ€chen, indem vor allem groĂe Abnehmer im Energie-Sektor wie China und Indien stĂ€rker unter Druck gesetzt werden. Russland fĂŒhrt seit mehr als drei Jahren einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland Ukraine und hĂ€lt seine Kriegsmaschinerie vor allem mit dem Verkauf seiner Rohstoffe am Laufen, davon vor allem fossile Brennstoffe wie Ăl und Gas.
US-Gesandter Witkoff war in Moskau
Trump hatte im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wiederholt mit höheren Zöllen gedroht, jedoch bislang keine konkreten Zahlen genannt.
Am Dienstag vergangener Woche (29. Juli) setzte der US-PrĂ€sident eine Frist von zehn Tagen und forderte in diesem Zeitraum eine Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew. Sollte diese nicht zustande kommen, kĂŒndigte er Sanktionen gegen Russlands Handelspartner an. Trumps AnkĂŒndigung gegen Indien fĂ€llt auf den Tag, an dem sein US-Sondergesandter Steve Witkoff GesprĂ€che in Moskau fĂŒhrte.
Indien kauft viel russisches Rohöl
Russische Kommentatoren sagten, Witkoff sei gerade abgereist, da komme Trumps AnkĂŒndigung. Offenbar hĂ€tten die Verhandlungen zu keinen Ergebnissen gefĂŒhrt. Es galt aber ohnehin als Ă€uĂerst unwahrscheinlich, dass Putin sich auf das von Trump geforderte Kriegsende einlĂ€sst. Er betonte stets, erst alle Kriegsziele erreichen zu wollen.
Im Juni war Indien nach China der zweitgröĂte Abnehmer russischer fossilen Brennstoffen, eingekauft wurde im Wert von 4,5 Milliarden Euro. Rohöl machte nach Angaben von Energieexperten der unabhĂ€ngigen Forschungsorganisation CREA 80 Prozent oder 3,6 Milliarden Euro aus. Das Land erhĂ€lt das Ăl und andere EnergietrĂ€ger zu deutlichen PreisnachlĂ€ssen, unter dem Weltmarktwert.
Zentraler Handelspartner der USA
Indien war 2024 einer der wichtigsten Handelspartner der USA. Zu den am meisten exportierten GĂŒtern aus den Vereinigten Staaten nach Indien gehörten unter anderem Ăl und Gas, wĂ€hrend aus dem sĂŒdasiatischen Land vor allem Arzneimittel importiert wurden.

