Deutlich mehr neue Stellen in den USA - Arbeitslosenquote fÀllt
10.01.2025 - 16:00:23(neu: EinschÀtzung von Analysten)
WASHINGTON (dpa-AFX) - In den Vereinigten Staaten hat sich der Arbeitsmarkt Ende des vergangenen Jahres unerwartet robust gezeigt. Im Dezember verstĂ€rkte sich der Aufbau neuer Stellen deutlich, wĂ€hrend die Arbeitslosigkeit ĂŒberraschend zurĂŒckging. Die US-Wirtschaft schuf im Dezember 256.000 Stellen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im Vormonat November waren nur revidiert 212.000 Jobs entstanden. Analysten waren im Schnitt nur von 165.000 neuen Jobs ausgegangen. An den FinanzmĂ€rkten erhielten die Spekulationen auf weitere Zinssenkungen durch die Arbeitsmarktdaten einen deutlichen DĂ€mpfer.
Der BeschÀftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde nur leicht nach unten revidiert, um insgesamt 8.000 Stellen. Wie das Arbeitsministerium weiter mitteilte, fiel die Arbeitslosenquote im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Hier war ein unverÀnderter Wert von 4,2 Prozent erwartet worden.
Der Anstieg der Löhne hat sich im Dezember etwas abgeschwÀcht. Im Monatsvergleich sind diese um 0,3 Prozent gestiegen, nachdem sie im November noch um 0,4 Prozent zugelegt hatten. Auch im Jahresvergleich schwÀchte sich das Lohnwachstum etwas ab, von zuvor 4,0 Prozent auf nur noch 3,9 Prozent.
Die Lohnentwicklung hat Einfluss auf die allgemeine Preisentwicklung. Zuletzt war die Inflationsrate in den USA im Dezember auf 2,9 Prozent gestiegen. Sie liegt damit wieder deutlich ĂŒber dem Ziel der US-Notenbank, die eine Teuerung von zwei Prozent anstrebt.
"Der Arbeitsmarkt ist in einer guten Verfassung und die US-Notenbank dĂŒrfte sich mit den Zahlen bestĂ€rkt sehen, bezĂŒglich Zinssenkungen eine vorsichtige und abwartende Haltung einzunehmen", kommentierte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-ThĂŒringen die Daten. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes gilt als mitentscheidend fĂŒr die Geldpolitik in der gröĂten Volkswirtschaft der Welt. Wenn sich die Lage verbessert, wird das an den FinanzmĂ€rkten als Signal gewertet, dass sich die Notenbank bei Zinssenkungen zurĂŒckhalten könnte.
Zuletzt hatten sich bereits mehrere US-WĂ€hrungshĂŒter fĂŒr eine vorsichtige Vorgehensweise bei den Zinssenkungen ausgesprochen und auf die hartnĂ€ckig hohe Inflation verwiesen. Die nĂ€chste Entscheidung der Notenbank steht Ende Januar an.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, rechnet in diesem Jahr mit weniger Zinssenkungen, als noch vor einigen Monaten durch die Fed in Aussicht gestellt worden war. "Der heutige Arbeitsmarktbericht passt zu der Ausrichtung: Warum die Zinsen deutlich senken, wenn doch keine klaren ErmĂŒdungskennzeichen der US-Wirtschaft ersichtlich sind", sagte Gitzel.
Am Devisenmarkt reagierte der US-Dollar mit deutlichen Kursgewinnen auf die Arbeitsmarktdaten. Der Euro fiel im Gegenzug auf ein Tagestief bei 1,0215 US-Dollar. An den AnleihenmĂ€rkten legten die Renditen krĂ€ftig zu. Die Rendite fĂŒr 30-jĂ€hrige US-Anleihen stieg bis auf 5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit November 2023. Die AktienmĂ€rkte gerieten unter Druck.

