Deutlich mehr neue Stellen in den USA - Arbeitslosenquote steigt aber
06.12.2024 - 15:41:11(neu: EinschÀtzung von Analysten)
WASHINGTON (dpa-AFX) - In den Vereinigten Staaten hat sich der Aufbau neuer Stellen im November nach einem durch schwere Unwetter verursachten Einbruch im Oktober stÀrker als erwartet erholt. Die US-Wirtschaft schuf zusÀtzliche 227.000 Stellen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 220.000 gerechnet.
Die Arbeitsmarktdaten gelten durch die Folgen von WirbelstĂŒrmen und eines Arbeitskampfes beim Flugzeugbauer Boeing US0970231058 als verzerrt. Im Oktober waren daher kaum neue Stellen geschaffen worden. Der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde allerdings etwas nach oben revidiert, um insgesamt 56.000.
Wenn man berĂŒcksichtige, dass nach dem Ende der WirbelstĂŒrme mit schweren SchĂ€nden in SĂŒden der USA viele Arbeitnehmer wieder an ihren Arbeitsplatz zurĂŒckgekehrt sein dĂŒrften, "sieht der BeschĂ€ftigungsanstieg weniger beeindruckend aus", kommentierte Analyst Dirk Chlench von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg die Daten.
Wie das Arbeitsministerium weiter mitteilte, ist die Arbeitslosenquote im November um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gestiegen. Sie nÀhert sich damit wieder dem höchsten Stand seit Oktober 2021, der im Juli bei 4,3 Prozent erreicht worden war. Auch wenn die Quote gestiegen ist, schÀtzt Analyst Christoph Balz die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt als weiter robust ein.
Zur weiter robusten Lage auf dem Arbeitsmarkt passt die ĂŒberraschend starke Lohnentwicklung. Im Monatsvergleich sind sie im November um 0,4 Prozent gestiegen, nachdem Analysten nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet hatten. Auch im Jahresvergleich stiegen die Löhne stĂ€rker als erwartet. Zum Vorjahresmonat legten sie um 4,0 Prozent zu. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 3,9 Prozent gerechnet.
Die Lohnentwicklung hat Einfluss auf die allgemeine Preisentwicklung und kann die Teuerung verstÀrken. Zuletzt war die Inflationsrate in den USA im November auf 2,7 Prozent gestiegen. Sie entfernte sich damit vom Ziel der Notenbank, die eine Teuerung von zwei Prozent anstrebt.
Die Entwicklung der Arbeitsmarktdaten gilt als mitentscheidend fĂŒr die Geldpolitik der Fed. Wenn sich die Lage dort bessert, wird das an den FinanzmĂ€rkten als Signal gewertet, das eher gegen deutlich sinkende Zinsen spricht. Die nĂ€chste Entscheidung der US-Notenbank steht Mitte Dezember an.
Mit Blick auf den Anstieg der Stundenlöhne dĂŒrfte die Fed auf der kommenden Zinssitzung "zögern, ihren Leitzins erneut zu senken", sagte Experte Chlench. Generell rechnet Commerzbank-Experte Balz zwar mit weiter sinkenden Zinsen, allerdings könnte die amerikanische Notenbank "demnĂ€chst das Tempo verlangsamen".
Am Devisenmarkt reagierte der US-Dollar nur zeitweise mit Kursverlusten auf die Arbeitsmarktdaten. Der Euro stieg im Gegenzug auf ein Tageshoch bei 1,0630 US-Dollar. Im weiteren Handelsverlauf gab der Euro die Kursgewinne wieder schnell ab.

