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Trump verschiebt Frist fĂŒr neue Zölle auf 1. August

08.07.2025 - 06:35:18

WASHINGTON - Nur wenige Stunden nach einem Aufschub der Frist zur EinfĂŒhrung neuer Zölle will sich US-PrĂ€sident Donald Trump nicht gĂ€nzlich auf die Verbindlichkeit dieses Ultimatums festlegen.

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Nur wenige Stunden nach einem Aufschub der Frist zur EinfĂŒhrung neuer Zölle will sich US-PrĂ€sident Donald Trump nicht gĂ€nzlich auf die Verbindlichkeit dieses Ultimatums festlegen. Auf die Frage, ob die Frist zum 1. August verbindlich sei, sagte er in Anwesenheit von Journalisten am Montagabend (Ortszeit): "Ich wĂŒrde sagen verbindlich, aber nicht zu 100 Prozent." Er zeigte sich offen, sollten die Handelspartner ihm einen Vorschlag unterbreiten.

Auch zu den an eine Reihe von LĂ€ndern verschickten Briefen, in denen Trump unterschiedlich hohe Zölle ankĂŒndigt, sagte er zwar, dass die ImportaufschlĂ€ge "final" seien - zeigte sich aber auch hier verhandlungsbereit. "Wenn sie mit einem anderen Angebot anrufen und es mir gefĂ€llt, dann machen wir es."

ZunÀchst asiatische LÀnder im Fokus

Am Montag hatte Trump die Frist fĂŒr neue Zölle von diesem Mittwoch (9. Juli) auf den 1. August verschoben. Er unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Ausgenommen ist dabei China - mit dem Land gibt es eine separate Vereinbarung. Zudem veröffentlichte er mehr als ein Dutzend Briefe an mehrere LĂ€nder.

ZunĂ€chst standen fĂŒr Trump Einfuhren aus asiatischen, vor allem sĂŒdostasiatischen LĂ€ndern im Fokus. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social auflistete, sollen dann fĂŒr alle Waren aus den genannten LĂ€ndern Zölle in folgender Höhe erhoben werden:

* Japan: 25 Prozent

* SĂŒdkorea: 25 Prozent

* Malaysia: 25 Prozent

* Kasachstan: 25 Prozent

* SĂŒdafrika: 30 Prozent

* Laos: 40 Prozent

* Myanmar: 40 Prozent

* Tunesien: 25 Prozent

* Bosnien und Herzegowina: 30 Prozent

* Indonesien: 32 Prozent

* Bangladesch: 35 Prozent

* Serbien: 35 Prozent

* Kambodscha: 36 Prozent

* Thailand: 36 Prozent

Was genau die neue Frist fĂŒr die EU bedeutet, war zunĂ€chst unklar. In der EU-Kommission wurde indes nicht erwartet, dass ein Brief in BrĂŒssel ankommt. Die Verhandlungen ĂŒber eine einvernehmliche Lösung gingen weiter, hieß es. Auch fĂŒr die EuropĂ€ische Union wĂ€re die Frist am Mittwoch abgelaufen. Schon lĂ€nger verhandelt sie mit den Vereinigten Staaten im Zollstreit - der Ausgang ist offen.

Sprecherin: neue Zölle oder Deals

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, wechselseitige Zölle oder die in den Schreiben aufgefĂŒhrten neuen Zölle werden in Kraft treten - "oder es werden Vereinbarungen getroffen". Diese LĂ€nder werden demnach weiterhin mit den Vereinigten Staaten verhandeln. Man habe viele positive Entwicklungen in die richtige Richtung gesehen.

US-Finanzminister Scott Bessent sagte im Sender CNN, er erwarte infolge der Briefe schnell viele Deals. Er sprach zudem von ungefĂ€hr 100 Briefen an kleine LĂ€nder, mit denen die USA keinen großen Handel treiben. "Die LĂ€nder bekommen einen Brief, der besagt: Wenn wir keine Vereinbarung erreicht haben, fallt ihr auf das Niveau vom 2. April zurĂŒck." An dem Tag hatte Trump sein weitreichendes Zollpaket angekĂŒndigt.

Die EU setzte bislang auf eine Grundsatzvereinbarung mit den USA. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen habe am Sonntag mit US-PrĂ€sident Trump zum aktuellen Verhandlungsstand telefoniert, sagte ein Sprecher in BrĂŒssel. Man sei am "Anfang der Schlussphase", hieß es am Montagmittag. Zu Details des GesprĂ€chs wollte der Sprecher keine Angaben machen.

Wie könnte ein Deal zwischen der EU und den USA aussehen?

Ein möglicher Deal könnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus EU-Kreisen allerdings umfassen, dass die USA einen bereits eingefĂŒhrten neuen Basiszoll grundsĂ€tzlich aufrechterhalten können. Es mĂŒssten dann aber Sonderregeln fĂŒr einzelne Branchen wie die Autoindustrie sowie die Pharma-, Chemie- und Stahl- und Aluminiumindustrie vereinbart werden.

Im April hatte Trump einen Basiszoll in Höhe von zehn Prozent auf fast alle Importe aus der EU eingefĂŒhrt. ZusĂ€tzlich gelten Sonderzölle auf bestimmte Produkte, etwa auf Stahl- und Aluminium- sowie Autoimporte. Mit seiner Zollpolitik will Trump unter anderem erreichen, dass mehr in den USA produziert wird.

@ dpa.de

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