Trump kĂŒndigt 30-Prozent-Zoll auf EU-Importe ab 1. August an
12.07.2025 - 16:40:34(neu: Details, Zölle gegen Mexiko)
WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump will Importe aus der EU ab 1. August mit einem Zoll in Höhe von 30 Prozent belegen. Das kĂŒndigte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social an. In dem veröffentlichten Brief an EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen drohte Trump im Falle von GegenmaĂnahmen mit weiteren Zollerhöhungen. Auch Mexiko erhielt einen Zoll-Brief.
Der neue Zollsatz von 30 Prozent gilt demnach auf alle Waren, die die EU in den Vereinigten Staaten einfĂŒhren möchte. Davon ausgenommen sind bestimmte Branchen, bei denen Trump noch höhere AufschlĂ€ge verlangt. Bislang galten etwa fĂŒr Auto und Autoteile sowie Stahl- und Aluminium andere SĂ€tze.
Mit dem Brief droht eine weitere Eskalation des Handelskonflikts. Die EuropĂ€ische Union und die USA hatten zuletzt in wochenlangen GesprĂ€chen versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die einseitige VerhĂ€ngung neuer Zölle steht dem nun gegenĂŒber.
EU will weiter Lösung finden - ist aber zu GegenmaĂnahmen bereit
Auch nach der Bekanntgabe von Trumps neuesten Zollvorstellungen zeigte sich die EU-Kommission weiter um eine einvernehmliche Lösung bemĂŒht: Man nehme Trumps Schreiben zur Kenntnis, teilte KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen mit. Man sei weiterhin bereit, bis zum 1. August auf eine Einigung hinzuarbeiten.
Die EinfĂŒhrung von Zöllen in Höhe von 30 Prozent auf EU-Exporte wĂŒrde wesentliche transatlantische Lieferketten stören - zum Nachteil von Unternehmen, Verbrauchern und Patienten auf beiden Seiten des Atlantiks, fĂŒgte die deutsche Politikerin hinzu.
Von der Leyen betonte, nur wenige Volkswirtschaften weltweit stĂŒnden in ihrer Offenheit und ihrer Verpflichtung zu fairen Handelspraktiken auf gleicher Stufe mit der EuropĂ€ischen Union. Die EU habe stets eine Verhandlungslösung mit den USA angestrebt.
Zugleich wies von der Leyen erneut darauf hin, dass die EU im Fall mangelnder Verhandlungsbereitschaft auf US-Seite GegenmaĂnahmen ergreifen wird. Dies sollen in einem ersten Schritt vor allem Sonderzölle auf Importe von US-Produkten in die EU sein.
Trump formuliert unklare Forderung
In seinem Brief schrieb Trump ferner: "Die EuropĂ€ische Union wird den Vereinigten Staaten einen uneingeschrĂ€nkten, zollfreien Marktzugang gewĂ€hren, ohne Zölle gegen uns zu verhĂ€ngen, um zu versuchen, das groĂe Handelsdefizit zu verringern." Was genau der US-PrĂ€sident damit meint, blieb zunĂ€chst unklar.
FĂŒr Deutschland sind die USA der wichtigste Handelspartner. Mit seiner Zollpolitik will der Republikaner angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und erreichen, dass mehr in den USA produziert wird. Im weltweiten Zollkonflikt hatte Trump zunĂ€chst eine Frist vom 9. Juli fĂŒr neue Zölle gesetzt und vor Tagen diese auf den 1. August verlĂ€ngert. In den vergangenen Wochen hatten die USA mit vielen LĂ€ndern gesprochen.
Viele Zoll-Briefe verschickt
ZusĂ€tzlich zum Brief an die EU veröffentlichte Trump ein Schreiben an Mexiko. In diesem kĂŒndigte er ebenfalls einen Importaufschlag von 30 Prozent auf Waren aus dem Nachbarland ab 1. August an. Bereits in den vergangenen Tagen hatte er eine Reihe von neuen Zöllen gegen bestimmte LĂ€nder bekannt gemacht, zuletzt fĂŒr Importe aus Kanada und Brasilien.
Mitte der Woche hatte sich EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen vorsichtig optimistisch zu den Aussichten auf eine Beilegung des Zollkonflikts geĂ€uĂert. Zugleich hatte sie deutlich gemacht, dass die EU auch auf die Option einer weiteren Eskalation dem Handelsstreit vorbereitet sei und sie es vorziehe, lieber keinen Deal zu haben als einen schlechten.
Trump war am Montag von einem Journalisten gefragt worden, ob er optimistisch sei, einen möglichen Deal mit der EuropÀischen Union zu erreichen. Er hatte geantwortet, man sei wahrscheinlich zwei Tage von einer Einigung entfernt.

