ROUNDUP, Biden

Biden verschiebt Deutschlandreise wegen Hurrikan 'Milton'

08.10.2024 - 16:59:27

WASHINGTON - US-PrÀsident Joe Biden verschiebt wegen des auf den Bundesstaat Florida zusteuernden Hurrikans "Milton" seine ab Donnerstag geplante Reise nach Deutschland.

(Neu: weitere Details)

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Joe Biden verschiebt wegen des auf den Bundesstaat Florida zusteuernden Hurrikans "Milton" seine ab Donnerstag geplante Reise nach Deutschland. Das teilte das Weiße Haus mit. Auch die auf den Deutschlandbesuch folgende Reise nach Angola werde verschoben. Die US-Regierung nannte keine Details dazu, wann Biden, dessen Amtszeit im Januar endet, die Reisen nachholen wolle.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit bedauerte die Verschiebung des Besuchs. Die Bundesregierung habe aber "natĂŒrlich VerstĂ€ndnis aufgrund der Situation in Florida", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das Weiße Haus hat uns vorab informiert."

Biden hatte umfangreiches Programm in Deutschland geplant

Biden wollte eigentlich am spĂ€ten Donnerstagabend in Deutschland landen. Es wĂ€re der erste bilaterale Besuch Bidens in Deutschland in seiner knapp vierjĂ€hrigen Amtszeit gewesen. Biden hatte 2022 am G7-Gipfel in Elmau teilgenommen und bei anderer Gelegenheit auf dem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz Tankstopps mit seinem Regierungsflieger eingelegt.

In Berlin waren nun unter anderem Treffen mit BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz (SPD) geplant. Am Samstag wollte Biden dann weiter nach Ramstein reisen. Dort sollte ein Ukraine-Gipfel stattfinden, zu dem Biden eingeladen hatte. An dem Treffen sollten etwa 50 Nato-Mitgliedstaaten und weitere VerbĂŒndete der Ukraine teilnehmen, teilweise auf Ebene der Staats- und Regierungschefs. Offen ist nun, ob dieser Gipfel abgesagt oder ohne Biden stattfinden wird. Möglich wĂ€re auch, dass Biden fĂŒr das Treffen in Ramstein doch noch anreist.

Im Anschluss an den Deutschlandbesuch stand fĂŒr den US-PrĂ€sidenten eigentlich die Weiterreise nach Angola im sĂŒdwestlichen Afrika auf dem Programm.

Absage deutete sich bereits an

Bereits am Montag war bei der tĂ€glichen Pressekonferenz im Weißen Haus die Frage aufgekommen, ob Biden wegen des Hurrikans eine Verschiebung seiner PlĂ€ne erwĂ€ge. Seine Sprecherin Karine Jean-Pierre hatte darauf ausweichend geantwortet. Biden war zuletzt wegen seines Umgangs mit Hurrikan "Helene" unter Druck geraten. Der republikanische PrĂ€sidentschaftskandidat Donald Trump hatte dem Demokraten und dessen Vize Kamala Harris vorgeworfen, nicht genug fĂŒr die Sturmopfer zu tun. Harris tritt bei der PrĂ€sidentenwahl am 5. November gegen Trump an.

Die Absage der Deutschlandreise ist nicht Bidens erste PlanÀnderung aufgrund drÀngender Probleme in den USA. Vor rund anderthalb Jahren sagte er wegen des Schuldenstreits im US-Kongress eine geplante Reise nach Papua-Neuguinea und Australien ab.

Florida gerade erst von "Helene" getroffen

"Milton" ist bereits der zweite gefĂ€hrliche Hurrikan innerhalb kĂŒrzester Zeit, der die USA trifft. Nur anderthalb Wochen nach dem Eintreffen des tödlichen Hurrikans "Helene" an der WestkĂŒste Floridas hatte "Milton" am Montag im Golf von Mexiko an StĂ€rke gewonnen und wurde zeitweise zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie hochgestuft. "Milton" soll Meteorologen zufolge zwar wieder an StĂ€rke verlieren - aber am Mittwoch immer noch mit Windgeschwindigkeiten um die 200 Kilometer pro Stunde die WestkĂŒste Floridas treffen.

Florida kĂ€mpft dabei immer noch mit den SchĂ€den, die "Helene" hinterlassen hat. Der Sturm traf als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie im Nordwesten Floridas auf Land. Er schwĂ€chte sich dann ab, sorgte auf seinem Weg Richtung Norden aber fĂŒr schwere Überschwemmungen und Zerstörung. Weit mehr als 200 Menschen in sechs Bundesstaaten kamen ums Leben.

@ dpa.de