POLITIK: BeschÀdigtes Unterseekabel vor Taiwan: KapitÀn aus China verurteilt
12.06.2025 - 12:27:31Das Bezirksgericht Tainan sprach den Mann, dessen Nachname mit Wang angegeben wurde, wegen VerstöĂen gegen das Telekommunikationsgesetz schuldig und verhĂ€ngte drei Jahre GefĂ€ngnis.
Laut Anklage lieĂ der KapitĂ€n des unter togolesischer Flagge fahrenden Frachters "Hongtai" Ende Februar nahe Taiwans SĂŒdkĂŒste den Anker fallen und riss dabei ein Glasfaserkabel des Telekom-Konzerns Chunghwa ab. Das Kommunikationskabel verlief zu den westlich von Taiwan gelegenen Penghu-Inseln. Die Inselgruppe gilt in der TaiwanstraĂe, der Meerenge zwischen China und Taiwan, als strategisch wichtig.
Taiwan warnt vor GrauzonenaktivitÀt
Taiwans KĂŒstenwache wertete den Fall damals als mögliche "GrauzonenaktivitĂ€t", mit der Peking Druck ausĂŒbe, ohne offene Gewalt anzuwenden. Mit solchen Aktionen, die unter der Schwelle eines offenen Konflikts liegen, setzt Peking Taipeh immer wieder unter Druck. Die kommunistische Regierung in Peking zĂ€hlt die Insel zum Gebiet Chinas, obwohl die Republik eine demokratisch gewĂ€hlte und unabhĂ€ngige Regierung hat.
Chinas AuĂenministerium erklĂ€rte nach dem Urteil auf Anfrage, die betreffenden UmstĂ€nde nicht zu kennen. Es handele sich zudem nicht um eine diplomatische Frage. Direkt nach dem Vorfall hatte das Ministerium der taiwanischen Regierung vorgeworfen, absichtlich einen Hype zu erzeugen.
Rund um Taiwan kommt es immer wieder zu SchĂ€den an Unterseekabeln. Offiziell werden meist natĂŒrliche Ursachen wie Fischerei oder Erdbeben genannt, doch Sicherheitsexperten warnen vor wachsender Gefahr gezielter Störungen, falls die Spannungen mit China weiter zunehmen.

