Analyse, Trump-Zölle

Analyse: Trump-Zölle auf China gefÀhrden Jobs in Deutschland

09.05.2025 - 11:23:39

Wegen des Zollkonflikts zwischen den USA und China könnten chinesische Waren zunehmend nach Deutschland gehen, hĂ€lt die Allianz Trade fĂŒr möglich. Zehntausende ArbeitsplĂ€tze seien in Gefahr.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China gefĂ€hrdet nach EinschĂ€tzung des Kreditversicherers Allianz Trade Zehntausende ArbeitsplĂ€tze in Deutschland. Exporteure aus China dĂŒrften in den europĂ€ischen Markt und besonders nach Deutschland drĂ€ngen, sollten die USA und China sich nicht annĂ€hern, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte im April Zusatzzölle von 145 Prozent auf Waren aus China angeordnet. Chinesische Unternehmen dĂŒrften daher versuchen, andere AbsatzmĂ€rkte fĂŒr ihre Waren zu finden, heißt es in der Analyse. Das steigere den Konkurrenzdruck auf deutsche Unternehmen im In- und Ausland, weil das Angebot zunehme. 

Allianz-Trade-Chef: US-Zölle verschieben Handelsströme

Nach Berechnung der Allianz Trade, die ihren Deutschlandsitz in Hamburg hat, können rund 14 Prozent der chinesischen Exportverlagerungen in den nÀchsten drei Jahren in Deutschland landen. Das entspricht Waren im Wert von ungefÀhr 33 Milliarden US-Dollar (etwa 29,3 Milliarden Euro). 

«Die US-Zölle fĂŒhren fast ĂŒberall in der Welt zu erheblichen Verschiebungen bei den Handelsströmen», sagte der Deutschlandchef der Allianz Trade, Milo Bogaerts, laut Mitteilung. 

ArbeitsplĂ€tze vor allem in SĂŒddeutschland gefĂ€hrdet

Der Prognose nach sind im Fall der Warenverlagerung zwischen 17.000 und 25.000 ArbeitsplÀtze in der deutschen Industrie gefÀhrdet. Stellen könnten im Maschinenbau, der Textilindustrie und in Unternehmen wegfallen, die Haushaltswaren und SanitÀrprodukte fertigen. Weiter seien Betriebe, die Elektronik, Computer und Fahrzeuge produzieren, betroffen. 

Folgen könne es vor allem in SĂŒddeutschland geben: In den Regionen Oberfranken (Bayern), TĂŒbingen und Raum Freiburg (beide Baden-WĂŒrttemberg) gibt es laut Untersuchung vergleichsweise viele Industriebetriebe, die solche Produkte herstellen. 

Allianz Trade, vormals Euler Hermes, ist eine Tochter des MĂŒnchner Versicherungskonzerns Allianz. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben MarktfĂŒhrer im KreditversicherungsgeschĂ€ft und beschĂ€ftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter weltweit. Der Hauptsitz liegt bei Paris.

@ dpa.de