Industrie

SPD fordert von Merz mehr Einsatz zur Rettung der Stahlindustrie

Veröffentlicht am: 28.09.2025 um 17:16 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Wegen großer Sorgen um die ArbeitsplĂ€tze in der Stahlindustrie fordert die SPD in Bund und LĂ€ndern zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung durch die Bundesregierung.

Stahlproduktion (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Kanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mĂŒssten jetzt "den AnkĂŒndigungen Taten folgen lassen", zitiert die "SĂŒddeutsche Zeitung" aus einer Beschlussvorlage fĂŒr ein Treffen aller SPD-Fraktionschefs an diesem Montag in SaarbrĂŒcken. Neben der Einberufung eines Stahlgipfels brauche es einen klaren Fahrplan fĂŒr bessere politische, regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit die Transformation gelinge. "So könnte beispielsweise die Bahn die dringend notwendigen Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des Schienennetzes mit Schienen aus der grĂŒnen Stahlproduktion durchfĂŒhren." Zudem wird eine weitere Reduzierung der hohen Energiekosten gefordert. "Die Möglichkeiten des europĂ€ischen Beihilferahmens fĂŒr einen Industriestrompreis sind auszuschöpfen", heißt es in der Vorlage.

Es brauche eine verlĂ€ssliche Senkung der Stromkosten. Der vorgesehene Bundeszuschuss fĂŒr die Netzentgelte 2026 sei der richtige Weg. "ZusĂ€tzlich werden wir uns fĂŒr eine FortfĂŒhrung der Möglichkeit zur Strompreiskompensation auf EU-Ebene ĂŒber 2030 hinaus einsetzen." Weil die Produktion von sogenanntem grĂŒnem Stahl mithilfe einer elektrifizierten, erneuerbare Energien- statt Kohle-basierten Produktion sehr teuer ist, sind mehrere deutsche Hersteller unter großem Wettbewerbsdruck. Zur StĂ€rkung der Stahlindustrie mĂŒssten auf EU-Ebene wirksame Schutzmechanismen gegen Dumpingimporte und staatlich subventionierte StahlĂŒberkapazitĂ€ten in Drittstaaten konsequent angewendet werden, wird von den SPD-Fraktionschefs in Bund und LĂ€ndern gefordert. Um sichere AbsatzmĂ€rkte zu haben, wird in dem Papier auch die Einrichtung von nationalen und europĂ€ischen LeitmĂ€rkten fĂŒr emissionsreduzierten Stahl und verbindliche Quoten fĂŒr diesen Stahl bei öffentlichen Vergaben gefordert. Die Stahlindustrie erwirtschafte jĂ€hrlich rund 50 Milliarden Euro Umsatz und sichere Hunderttausende ArbeitsplĂ€tze, wird betont. Allerdings ist die Umstellung auf eine klimafreundlichere Produktion umstritten. Der luxemburgisch-indische Konzern ArcelorMittal hat seine PlĂ€ne zum Bau von Anlagen zur Produktion von grĂŒnem Stahl in Bremen und EisenhĂŒttenstadt gestoppt, da das aus Sicht des Unternehmens nicht wirtschaftlich ist, auch wegen der hohen Energiepreise in Deutschland. Der Konzern hat deshalb auf bereits bewilligte Fördermittel in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verzichtet und verlagert solche Projekte in andere LĂ€nder mit besseren Bedingungen. Die deutschen Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel, Salzgitter und die Stahl-Holding-Saar (SHS) wollen an ihren PlĂ€nen festhalten.

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