Weinlese 2026, Dürre

Weinlese 2026 bringt Deutschlands kleinste Ernte seit 2010

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutschlands Winzer erwarten nach dem trockenen und sonnenreichen Sommer die kleinste Ernte seit 2010. Die Qualität der Weine könnte trotz der geringen Menge sehr hoch ausfallen.

Die Winzer produzieren wieder weniger Wein. (Archivbild) - Bild: Daniel Vogl/dpa
Die Winzer produzieren wieder weniger Wein. (Archivbild) - Bild: Daniel Vogl/dpa

Trockenheit senkt den Ertrag

  • Das Deutsche Weininstitut erwartet rund 20 Prozent weniger Wein als im zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern.
  • 2010 wurden 7,1 Millionen Hektoliter geerntet, im vergangenen Jahr waren es 7,7 Millionen.
  • Bis auf wenige Ausnahmen, besonders im Anbaugebiet Saale-Unstrut, ist die Weinlese abgeschlossen.

Die Weinlese in Deutschland fällt 2026 voraussichtlich so niedrig aus wie zuletzt 2010.

Erste Prognose des Weininstituts

Das Deutsche Weininstitut geht in einer ersten Prognose davon aus, dass die Erntemenge rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt liegt. Dieser beträgt 8,7 Millionen Hektoliter.

DWI-Sprecher Ernst Büscher nannte zum Ende der Lese die Vergleichswerte der vergangenen Jahre. 2010 kamen demnach 7,1 Millionen Hektoliter zusammen, 2025 waren es 7,7 Millionen.

Saale-Unstrut noch nicht vollständig abgeschlossen

In den meisten deutschen Anbaugebieten ist die Lese beendet. Ausnahmen gibt es vor allem in Saale-Unstrut, wo noch einzelne Arbeiten ausstehen.

Die endgültige Erntemenge steht deshalb noch nicht fest. Die erste Prognose kann sich ändern, sobald die letzten Trauben gelesen und die Ergebnisse aus den Regionen zusammengeführt sind.

Kleine Trauben, hohe Erwartungen

Der extrem trockene und sonnenreiche Sommer ließ viele Trauben klein bleiben. Winzer rechnen deshalb mit einer vergleichsweise kleinen Gesamtmenge, erwarten aber zugleich eine hohe Qualität.

Die Ertragslage unterschied sich regional deutlich. Ältere Reben kamen wegen ihrer tiefen Wurzeln besser mit der Dürre zurecht, während jüngere Weinberge und Anlagen auf leichten Böden stärker unter der Wasserknappheit litten und, sofern möglich, bewässert werden mussten.

Trockenheit prägt den Jahrgang

Die erwartete Erntemenge liegt rund ein Fünftel unter dem langjährigen Durchschnitt. Damit fällt der Jahrgang mengenmäßig deutlich kleiner aus als in den vergangenen Jahren: 2025 wurden 7,7 Millionen Hektoliter erreicht, der zehnjährige Durchschnitt liegt bei 8,7 Millionen.

Entscheidend für die wirtschaftliche Bedeutung ist jedoch nicht allein die Menge. Kleine Trauben können unter günstigen Bedingungen konzentrierte Moste hervorbringen. Ob sich die erwartete Spitzenqualität tatsächlich in den Weinen bestätigt, zeigt sich erst bei der weiteren Verarbeitung und bei den späteren Verkostungen.

Regionale Unterschiede bleiben groß

Die Folgen des trockenen Sommers treffen die deutschen Weinregionen nicht gleich. Ältere Reben können mit ihren tief reichenden Wurzeln Wasser aus tieferen Bodenschichten nutzen, während jüngere Anlagen und Weinberge auf leichten Böden stärker auf Niederschläge oder Bewässerung angewiesen sind.

Für Verbraucher dürfte sich die kleinere Ernte zunächst vor allem über das Angebot einzelner Weine und Jahrgänge bemerkbar machen. Die endgültige Bilanz hängt davon ab, wie die noch laufenden Arbeiten in Saale-Unstrut ausfallen und wie sich die Qualität in den Kellereien entwickelt.

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