Welt-Erste-Hilfe-Tag, DRK

Welt-Erste-Hilfe-Tag: DRK fordert 24 Stunden Unterricht pro Jahr

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das DRK verlangt 24 Erste-Hilfe-Stunden jährlich an Schulen. Aktionstage, Warnsysteme und regionale Helfernetzwerke stärken die Vorsorge.

DRK fordert mehr Erste-Hilfe-Unterricht an Schulen
Ein heller, leerer Klassenraum in einer Schule mit ordentlich aufgereihten Holztischen und Stühlen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Jugendrotkreuz (JRK) setzen sich anlässlich des bevorstehenden Welt-Erste-Hilfe-Tags für eine deutliche Ausweitung der Ausbildung an Schulen ein.

In einem aktuellen Positionspapier fordern die Verbände die Einführung von jährlich 24 Unterrichtsstunden in Erster Hilfe für alle Bundesländer. DRK-Präsident Hermann Gröhe und JRK-Bundesleiter Marcel Bösel unterstrichen dabei die Bedeutung dieser Maßnahme für die flächendeckende Lebensrettung in der Gesellschaft.

Aktionstage zum Welt-Erste-Hilfe-Tag in Jena und Wolfsburg

Begleitend zu den politischen Forderungen finden am 12. September 2026 zahlreiche Veranstaltungen statt, um das Bewusstsein für Notfallmaßnahmen zu stärken. Der DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda lädt unter dem Motto „JENA DRÜCKT.“ zu einem Aktionstag in die Goethe Galerie Jena ein.

Zwischen 10 und 20 Uhr können Besucher an Mitmachstationen den Notruf, das Anlegen von Verbänden sowie die Reanimation und den Einsatz von automatisierten externen Defibrillatoren (AED) üben. Ein Reanimationswettbewerb, eine Kletterwand und die Besichtigung eines Notarzteinsatzfahrzeugs ergänzen das Programm.

In Wolfsburg organisieren die Defihelden gemeinsam mit dem DRK, dem örtlichen Klinikum und der Deutschen Herzstiftung eine ähnliche Veranstaltung. Am Hugo-Bork-Platz werden am 12. September 2026 von 10 bis 15 Uhr praktische Übungen zu Reanimation und Druckverbänden angeboten. Neben einem Erste-Hilfe-Quiz stehen Informationen zum implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) sowie zu verschiedenen Ausbildungswegen im Fokus.

Digitalisierung und Krisenvorsorge im Bevölkerungsschutz

Parallel zur Ausbildung von Einzelpersonen gewinnt die digitale Infrastruktur im Bevölkerungsschutz an Bedeutung. In Österreich hat der Zivilschutzverband (ÖZSV) in Kooperation mit 120 Organisationen die App „ZIVA“ gestartet.

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Die Anwendung, die vom Innenministerium mit jährlich 2 Millionen Euro unterstützt wird, kombiniert Gefahrenanalysen mit personalisierter Vorsorge und Echtzeit-Warnungen. Innenminister Karner und ÖZSV-Präsident Hanger präsentierten die App als europaweit erste ihrer Art, die zudem kostenlos und offline nutzbar ist.

Auch in Deutschland werden technische Systeme am bundesweiten Warntag am 10. September 2026 getestet. Die Stadt Walldorf beteiligt sich um 11 Uhr mit digitalisierten Sirenen am Probealarm. Ergänzend dazu startete das Land Hessen die „Hessische Resilienzwoche“.

Innenminister Roman Poseck besucht in diesem Rahmen Schulen und Kommunen wie Stadtallendorf, Geisenheim und Rödermark, um die Bedeutung von Notfallvorräten und privater Krisenvorsorge hervorzuheben.

Regionale Ersthelfer-Netzwerke und organisatorische Basis

Zur Stärkung der Rettungskette setzen Landkreise auf spezialisierte Ausbildungsprogramme. Der Landkreis Germersheim bietet am 18. September 2026 in Bellheim eine Erstretter-Ausbildung an, um das Netzwerk „Erstretter Südpfalz“ zu erweitern. Dabei kommt die App „Katretter“ zum Einsatz, um Freiwillige im Ernstfall schnell zu koordinieren.

In Landau und dem Landkreis Südliche Weinstraße wird zudem die 5. Auflage einer Vorsorgemappe ausgegeben, die Dokumente wie Patientenverfügungen und Organspendeausweise bündelt.

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Die personelle Basis für diese Dienstleistungen bilden die regionalen Verbände. Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg verzeichnete zuletzt über 61.000 Freiwillige. Regionale Kreisverbände wie Zollernalb beschäftigen rund 250 hauptamtliche Mitarbeiter und koordinieren 2.300 Ehrenamtliche, während der Kreisverband Calw über 600 aktive Freiwillige und mehr als 10.000 Fördermitglieder zählt.

In Koblenz sichert eine Bereitschaft von 180 Mitgliedern den Betrieb des Rettungsdienstes an elf Standorten, wobei der Verband auf den bundesweiten Bedarf von täglich rund 15.000 Blutspenden hinweist.

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