Postdienste, Deutschland

Höheres Briefporto lÀsst bei der Post die Kassen klingeln

06.11.2025 - 11:19:00 | dpa.de

Weniger Menge, aber mehr Umsatz - fĂŒr Kaufleute ist das ein schwieriges Unterfangen. Die Post hat das in Deutschland geschafft.

  • Briefe und PĂ€ckchen liegen in einem ZustellstĂŒtzpunkt der Post - zuletzt transportierte der Postdienstleister mehr Briefe als gedacht. (Archivbild) - Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
    Briefe und PĂ€ckchen liegen in einem ZustellstĂŒtzpunkt der Post - zuletzt transportierte der Postdienstleister mehr Briefe als gedacht. (Archivbild) - Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
  • Ein DHL-Mitarbeiter nimmt Pakete in Emfpang - im Hintergrund ist ein Roboter zu sehen, der die Pakete aus einem Container nimmt und sie auf ein Förderband legt. (Archivbild) - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
    Ein DHL-Mitarbeiter nimmt Pakete in Emfpang - im Hintergrund ist ein Roboter zu sehen, der die Pakete aus einem Container nimmt und sie auf ein Förderband legt. (Archivbild) - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
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Doch noch Briefe im Briefkasten: Der Logistikkonzern DHL hat seine GeschĂ€fte in Deutschland im dritten Quartal deutlich verbessert. Das operative Ergebnis im Konzernbereich Post & Paket Deutschland sei um gut ein Viertel auf 218 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen in Bonn mit. Der Umsatz stieg dabei nur um 4,7 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro - das GeschĂ€ft wurde also profitabler. Ein Grund hierfĂŒr waren geringere Personalkosten: Seit Jahresbeginn wurden 8.000 Stellen abgebaut.

Die nun positive betriebswirtschaftliche Entwicklung erklĂ€rte der Logistiker auch mit Preiserhöhungen: Anfang 2025 war das Briefporto gestiegen. Auch Pakete wurden teurer. Der Versand eines Standardbriefs kostet in Deutschland 95 Cent - und damit 10 Cent mehr als vor einem Jahr. Das Briefporto ist bis Ende 2026 festgeschrieben - danach wird es vermutlich weiter steigen. Dies dĂŒrfte die Post im kommenden Jahr beantragen.

Hierzu wollte sich Konzernchef Tobias Meyer auf Nachfrage aber nicht Ă€ußern. Dazu sei es zu frĂŒh, sagte der Manager. Bei den vergangenen Portoerhöhungen hatte die Post argumentiert, dass sie hohe Kosten hat und die Briefmenge im Digitalzeitalter immer weiter sinkt. Die Post muss ĂŒberall in Deutschland Briefe austragen und ein flĂ€chendeckendes Netz an BriefkĂ€sten betreiben.

Im Internetzeitalter verschicken die Menschen immer weniger Briefe und auch viele Werbetreibende versenden lieber Mails oder schalten Online-Werbung. Im dritten Quartal transportierte die Post drei Prozent weniger Briefe als im Vorjahresquartal, dank der Preiserhöhungen stieg der Umsatz aber um fĂŒnf Prozent. Der RĂŒckgang der Briefmenge verlangsamte sich: Im ersten Quartal hatte die Post ein Minus von vier Prozent verbucht und im zweiten Quartal ein Minus von neun Prozent. 

Nachfrage nach Paketen steigt

WÀhrend das BriefgeschÀft seit langem schwÀchelt, profitiert DHL vom Boom des Online-Handels: Im dritten Quartal lieferte der Logistiker in Deutschland sechs Prozent mehr Pakete aus als im Vorjahresquartal. Konzernchef Meyer merkte an, dass das Vorjahresquartal sehr schwach gewesen sei. 

Die Deutsche Post rechnet auch kĂŒnftig mit einem RĂŒckgang der Briefmenge, schließlich wollten die Privatwirtschaft und der Staat digitaler werden. «Wir mĂŒssen uns darauf einstellen, dass wir einen erheblichen RĂŒckgang in der GrĂ¶ĂŸenordnung von fĂŒnf, sechs oder mehr Prozent haben», sagte FinanzvorstĂ€ndin Melanie Kreis.

Konzern bekommt schwache Konjunktur zu spĂŒren

DHL hat weltweit rund 534.000 Vollzeitstellen, davon sind 151.000 bei der Konzernsparte Post & Paket Deutschland. In anderen Bereichen verlief das GeschÀft weniger positiv als im Inland, das FrachtgeschÀft sackte infolge des globalen Handelskonflikts und der schwachen Konjunktur deutlich ab. Auch im GeschÀft mit zeitkritischen Express-Zustellungen sind Bremsspuren erkennbar. Der globale Konzernumsatz sank um 2,3 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. 

Wegen Preiserhöhungen und Kostenmaßnahmen konnte DHL seinen Betriebsgewinn (Ebit) dennoch steigern, er stieg um 7,6 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Mit Blick auf die Wochen vor Weihnachten, wenn DHL besonders viele Pakete befördern wird, sagte Meyer: «Wir sind gut auf das saisonal starke JahresendgeschĂ€ft vorbereitet.»

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