Weniger BetrugsschÀden mit der Girocard
29.05.2025 - 05:48:36Laxer Umgang mit der Geheimnummer ist das gröĂte Einfallstor fĂŒr SchĂ€den mit der Girocard. «Deutlich mehr als die HĂ€lfte des Schadens im Girocard-System entsteht durch die missbrĂ€uchliche Nutzung der Karte mit PIN am Geldautomaten. Viele Verbraucher machen es Kriminellen nach wie vor sehr leicht, indem sie beides zusammen im Geldbeutel aufbewahren», sagt Andreas Peppler, Leiter des Sicherheitsmanagements bei Euro Kartensysteme. Die Frankfurter Einrichtung kĂŒmmert sich im Auftrag der Kreditwirtschaft um die Zahlungskarten-Sicherheit.
Der Schaden insgesamt sei 2024 auf vergleichsweise niedrigem Niveau leicht rĂŒcklĂ€ufig gewesen, bilanziert Peppler. Eine GröĂenordnung will er auch auf Nachfrage nicht nennen. Die letzte offizielle Angabe gibt es fĂŒr 2022, damals summierte sich der Schaden auf rund 29 Millionen Euro.
Kriminelle schöpfen Bargeld «professionell» ab
«Aber der Schaden, der infolge des Diebstahls von Karten entsteht, geht deutlich nach oben - auch da, wo Karten ohne PIN erbeutet werden», sagt Peppler. Falle eine Girocard Kriminellen in die HĂ€nde - bei TaschendiebstĂ€hlen, WohnungseinbrĂŒchen oder AutoaufbrĂŒchen - schöpften diese Bargeld auch durch kontaktloses Bezahlen ohne Geheimnummer (PIN) an der Ladenkasse professionell ab.
Bei 92,5 Prozent der Schadenssumme jedoch authentifizieren sich die Kriminellen, das heiĂt: Sie verfĂŒgen ĂŒber die physische Karte plus PIN oder es ist ihnen gelungen, eine Kopie einer digitalen Karte zu erschleichen und diese in ihre Wallet auf dem Smartphone zu laden.
Kaum noch Datenklau am Geldautomaten
Kaum noch eine Rolle spielt dagegen das AusspĂ€hen sensibler Kundendaten durch die Manipulation von Geldautomaten: «Skimming ist nicht mehr attraktiv, weil Kriminelle mit den Magnetstreifendaten im Grunde nichts anfangen können. Im ersten Quartal dieses Jahres hat uns keine Meldung zur Manipulation von Geldautomaten in Deutschland erreicht», sagt Peppler.Â
Kartendubletten funktionieren im Grunde nur in LĂ€ndern, die noch auf relativ leicht kopierbare Magnetstreifen setzen. Weltweit hat sich die sogenannte EMV-Technik durchgesetzt. Dabei wird die Echtheit von Bezahlkarten mit Hilfe eines eingebauten Mini-Computers bei jedem Gebrauch geprĂŒft.
Branche will mit noch mehr AufklÀrung SchÀden verringern
«Das Thema Kartendubletten gibt es nicht mehr», sagt Peppler. 2024 seien Euro Kartensysteme nur 46 FÀlle gemeldet worden, in denen nachgemachte Karten im Ausland missbrÀuchlich genutzt wurden. «Die letzten FÀlle hatten wir in Brasilien und ein paar in den USA, wo eine gefÀlschte Magnetstreifenkarte genutzt wurden. Das Thema ist abgerÀumt.»
Peppler betont: «Die Chipkarte ist sicher, das kann man wirklich sagen. Die Infrastruktur ist sicher. Die gröĂte SchwĂ€che im System ist der Mensch, er ist das am leichtesten zu öffnende Schloss in dieser Sicherheitskette.» Mit noch mehr AufklĂ€rung hofft die Branche, die BetrugsschĂ€den weiter zu verringern.





