Förderung fĂŒr klimafreundlichen Neubau bis Jahresende sicher
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 12:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Bundesregierung stockt den Fördertopf fĂŒr EffizienzhĂ€user mit dem Standard EH55 auf. Das ursprĂŒnglich eingeplante Budget von 800 Millionen Euro wĂ€re sonst schon vor Jahresende ausgeschöpft gewesen, erklĂ€rte das Bauministerium. Durch zusĂ€tzliches Geld werde verhindert, dass Bauherren leer ausgehen.
Mit dem Programm wird der Neubau von HĂ€usern gefördert, die nur 55 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Standardhaus benötigt. AuĂerdem muss die WĂ€rme zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt werden. HĂ€user mit Ăl- oder Gasheizungen sind damit ausgeschlossen. Gefördert wird ĂŒber zinsverbilligte Kredite der KfW. Bei Antrag muss eine Baugenehmigung schon vorliegen.
Bisher 52.100 geförderte Wohnungen
Die Nachfrage nach der Förderung sei in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, sagte Bauministerin Verena Hubertz (SPD). "Deshalb stellen wir zusÀtzliche Mittel bereit. Wer eine Baugenehmigung in der Tasche hat, kann weiter darauf setzen: Die Förderung kann bis zum Jahresende in Anspruch genommen werden." Wie viel Geld es zusÀtzlich gibt, teilte das Ministerium allerdings nicht mit. Offen ist auch, wie sich die ZinssÀtze der KfW bis Jahresende entwickeln.
Die EH55-Förderung ist ein Dauerbrenner in der deutschen Wohnungspolitik. Die Ampel-Regierung hatte sie zwischenzeitlich eingestampft - mit der Folge, dass viele Investoren ihre Planungen auf Eis legten und ĂŒberhaupt nicht bauten. Hubertz will nun erreichen, dass die vielen bereits geplanten Wohnungen tatsĂ€chlich gebaut werden. Das funktioniere, betonte sie: "Rund 52.100 Wohnungen, die genehmigt, aber nicht gebaut waren, sind jetzt in der Umsetzung."
Wohnungswirtschaft geht von 250 Millionen Zusatzgeld aus
Die Baubranche lobte Hubertz' Pragmatismus. Das ursprĂŒngliche Förderbudget wĂ€re schon in der kommenden Woche ausgeschöpft gewesen, erklĂ€rte der PrĂ€sident des Verbands der Bauindustrie, Olaf Demuth. "Diese FörderlĂŒcke hĂ€tte zusĂ€tzliche Verunsicherung am ohnehin unruhigen Wohnungsmarkt ausgelöst." Der Wohnungsbau brauche eine verlĂ€ssliche Förderlandschaft.
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW geht davon aus, dass die Bundesregierung 250 Millionen Euro extra gibt. "Es ist entscheidend, dass bereits genehmigte Bauvorhaben auch realisiert werden können. Umso erfreulicher ist es, dass die Bundesregierung nun nachlegt", sagte PrĂ€sident Axel Gedaschko. Die Förderung mĂŒsse möglichst ohne Unterbrechung zur VerfĂŒgung stehen, damit Wohnungsunternehmen langfristig planen könnten.
Bauen wird immer teurer
Dabei mĂŒssen Bauherren inzwischen deutlich höhere Kosten vorsehen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lagen die Preise fĂŒr den Neubau normaler WohngebĂ€ude im August 5,5 Prozent ĂŒber dem Niveau aus dem Vorjahr. Vor allem Dacharbeiten wurden teurer, aber auch Zimmer- und Holzbauarbeiten. Nicht ganz so stark stiegen die Preise fĂŒr Mauer- und Betonarbeiten. Beim Innenausbau treiben Elektroanlangen und Heizanlagen die Kosten in die Höhe.

