Elektroauto, Gebrauchtwagenmarkt

Das Elektroauto ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt angekommen

01.05.2025 - 05:00:42

Wer privat ein Elektroauto kauft, greift inzwischen hÀufiger zum Gebraucht- als zum Neuwagen - das liegt nicht nur an den Preisen.

  • Gebrauchte Elektroautos - Privatpersonen kaufen sie inzwischen hĂ€ufiger so als neu. - Foto: Fabian Strauch/dpa

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  • Privatpersonen kaufen Elektroautos inzwischen hĂ€ufiger gebraucht als neu. (Illustration) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

    Julian Stratenschulte/dpa

Gebrauchte Elektroautos - Privatpersonen kaufen sie inzwischen hÀufiger so als neu. - Foto: Fabian Strauch/dpaPrivatpersonen kaufen Elektroautos inzwischen hÀufiger gebraucht als neu. (Illustration) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Boom der Elektroautos in den vergangenen Jahren kommt auf dem Gebrauchtwagenmarkt an. Die Besitzumschreibungen reiner Stromer (BEVs) im ersten Quartal lagen mit 50.423 um knapp 61 Prozent höher als vor einem Jahr. Inzwischen kaufen Privatpersonen damit deutlich mehr gebrauchte als neue Stromer, wie eine Analyse des Marktbeobachters DAT ergab. Und die Zahlen könnten zumindest noch ein StĂŒck weit steigen. 

Konkret stellt die DAT den gut 50.000 Besitzumschreibungen, die im Normalfall fast komplett an Privatpersonen gehen, 34.433 Neuzulassungen von BEVs auf Privatpersonen im ersten Quartal gegenĂŒber. Lange Zeit war der Anteil privater KĂ€ufer auf dem Markt fĂŒr neue Stromer ungewöhnlich hoch, inzwischen liegt er bei weniger als einem Drittel - Ă€hnlich wie bei den Verbrennern.

Dass die Privatkunden inzwischen immer öfter zum gebrauchten Stromer greifen, hat mehrere GrĂŒnde. Ein zentrales dĂŒrfte das gewachsene Angebot sein. «Das Angebot an gebrauchten Elektroautos hat in den vergangenen fĂŒnf Jahren stark zugenommen: WĂ€hrend im MĂ€rz 2020 noch rund 11.825 gebrauchte Stromer auf Mobile.de gelistet waren, waren es im MĂ€rz 2025 bereits 85.422», sagt ein Sprecher der grĂ¶ĂŸten deutschen Gebrauchtwagenbörse. Auch aktuell sei noch ein Anstieg im Vergleich zu Vorjahr zu sehen.

LeasingrĂŒcklĂ€ufer treiben das Angebot

Auch Martin Weiss, Leiter der Fahrzeugbewertung bei der DAT, sieht das Angebot als Treiber: Aus dem Neuwagenleasing kĂ€men immer mehr Fahrzeuge «zurĂŒck auf den hiesigen Gebrauchtwagenmarkt. Und diese Fahrzeuge mĂŒssen auch vor allem hierzulande vom Handel vermarktet werden. Daher werden die Zahlen weiter ansteigen. Moderat, aber sie werden weiter ansteigen.»

Dazu kommt der vergleichsweise niedrige Preis, denn die sogenannten Restwerte sind bei BEVs derzeit sehr viel niedriger als bei Verbrennern. Ein typisches drei Jahre altes BEV kostet im Handel im Schnitt 51,5 Prozent des ehemaligen Listenneupreises. Bei Dieseln sind es 62,7 Prozent, bei Benzinern sogar 64 Prozent. Als Folge sind gebrauchte Stromer inzwischen ungefÀhr gleich teuer wie vergleichbare Verbrenner, obwohl sie neu noch deutlich teurer waren.

Der Preis sei «wie generell bei den GebrauchtwagenkĂ€ufern – sehr wichtig, aber es ist nicht der wichtigste Grund», sagt DAT-Experte Weiss. Weitere deutliche PreisrĂŒckgĂ€nge bei den gebrauchten Stromern erwartet er zudem nicht, «da die Fahrzeuge, die jetzt auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen, technisch schon wieder viel weiter sind als noch vor einigen Jahren».

Deutlicher Altersunterschied

Dennoch sind Elektroautos noch immer eine kleine Nische im Gebrauchtwagenmarkt und ein schneller großer Durchbruch ist nicht in Sicht. Derzeit seien noch zu wenige Ă€ltere BEV im Fahrzeugbestand, sagt Weiss. «Der Markt an BEV-Gebrauchtwagen wird damit in den nĂ€chsten Jahren weiterhin eher klein bleiben.» Gerade bei den alten Gebrauchtwagen fehlen die Stromer - einfach weil vor acht oder zehn Jahren noch kaum neue Stromer verkauft wurden. Das zeigt sich auch bei Mobile.de. Der durchschnittliche dort angebotene gebrauchte Stromer war im MĂ€rz nur etwa 28,5 Monate alt. Das waren zwar gut vier Monate mehr als ein Jahr zuvor, doch bei Verbrennern waren es 69,4 Monate.

@ dpa.de