WhatsApp reicht nicht: Makler scheitert vor Gericht an 15.000 Euro Provision
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Landgericht München I hat die Klage eines Immobilienmaklers auf Zahlung einer Provision in Höhe von knapp 15.000 Euro für die Vermittlung eines Wohnungsverkaufs abgewiesen. Wie aus einem Bericht von marktundmittelstand.de hervorgeht, ist die Entscheidung des Gerichts mittlerweile rechtskräftig. Der Kläger konnte im Verfahren das Vorliegen eines wirksamen Maklervertrags nicht nachweisen.
Gesetzliche Formvorschriften nicht erfüllt
Im Zentrum des Rechtsstreits stand die Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften beim Verkauf von Wohnimmobilien. Nach den Feststellungen des Landgerichts München I war die für Maklerverträge über Wohnungen und Einfamilienhäuser zwingend vorgeschriebene Textform nicht gewahrt worden.
Der klagende Makler hatte versucht, das Zustandekommen der Vereinbarung unter anderem über einen digitalen Nachrichtenwechsel darzulegen. Das Gericht befand jedoch, dass die vorgelegten WhatsApp-Nachrichten keine verbindliche Provisionsvereinbarung belegten. Ohne eine entsprechende und formgerechte Vereinbarung fehle es an der rechtlichen Grundlage für den Vergütungsanspruch.
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Kein Anspruch aus Bereicherungsrecht
Neben vertraglichen Ansprüchen prüfte das Gericht auch alternative Anspruchsgrundlagen. Doch auch ein bereicherungsrechtlicher Anspruch des Vermittlers wurde vom Landgericht München I verneint.
Das Gericht stellte klar, dass die Umgehung der formellen Anforderungen über das Bereicherungsrecht im vorliegenden Fall nicht in Betracht kommt, wenn die strengen gesetzlichen Voraussetzungen für einen Provisionsanspruch im Wohnungsbereich nicht erfüllt sind.
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Das Urteil vom 13.05.2026 mit dem Aktenzeichen 3 O 13657/25 verdeutlicht die strikte Linie der Rechtsprechung bei der Durchsetzung von Maklerhonoraren.
Für die Praxis empfiehlt sich vor diesem Hintergrund, die wesentlichen Eckpunkte eines Vermittlungsauftrags – insbesondere den genauen Vertragspartner, die konkrete Maklerleistung sowie die Höhe und Fälligkeit der Provision – stets eindeutig und formgerecht zu dokumentieren, um Rechtsverluste bei der Honorardurchsetzung zu vermeiden.
