PCK-Raffinerie, Kontrolle

PCK-Raffinerie bleibt zunÀchst unter Kontrolle des Bundes

02.09.2024 - 16:39:36

Wie geht es bei der Raffinerie in Schwedt weiter? ZunĂ€chst geht die Treuhandverwaltung des Bundes weiter. Aber es gibt einen Interessenten fĂŒr die Anteile des russischen Staatskonzerns Rosneft.

Die Ölraffinerie PCK in Schwedt bleibt vorerst unter Kontrolle des deutschen Staates. Die Bundesregierung verlĂ€ngerte die Treuhandverwaltung ĂŒber die Mehrheitsanteile des russischen Staatskonzerns Rosneft an der PCK-Raffinerie um weitere sechs Monate bis zum 10. MĂ€rz 2025. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die Treuhandverwaltung wĂ€re sonst am 10. September ausgelaufen. Bis Ende des Jahres könnte ein Verkauf der Rosneft-Anteile an der PCK-Raffinerie unter Dach und Fach sein. 

Bund ĂŒbernahm 2022 Kontrolle

Die Anteile stehen seit September 2022 unter Treuhandverwaltung des Bundes. Hintergrund ist die Entscheidung der Bundesregierung, wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kein russisches Öl mehr zu importieren. Anfang 2023 stellte PCK auf andere Bezugsquellen um. Die Treuhandverwaltung war zuletzt im MĂ€rz um sechs Monate verlĂ€ngert worden. Neben Schwedt geht es um Anteile von Rosneft an den Raffinerien MiRo in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg. Grundlage ist das Energiesicherungsgesetz. TreuhĂ€nderin ist konkret die Bundesnetzagentur. Rosneft hĂ€lt 54 Prozent der Anteile an der Raffinerie PCK im Nordosten Brandenburgs.

Bund betont Versorgungssicherheit

Rosneft Deutschland vereine insgesamt rund zwölf Prozent der deutschen ErdölverarbeitungskapazitĂ€t auf sich und sei damit eines der grĂ¶ĂŸten erdölverarbeitenden Unternehmen in Deutschland, so das Ministerium. Mit der VerlĂ€ngerung der Treuhandverwaltung werde «prognostizierten Risiken» fĂŒr die Versorgungssicherheit begegnet. «Die Anordnung gewĂ€hrleistet weiterhin insbesondere die Versorgung der BundeslĂ€nder Berlin und Brandenburg und sichert die ZukunftsfĂ€higkeit des Standorts Schwedt.»

KÀufer Katar? 

In einen möglichen Verkauf der Rosneft-Anteile an der Raffinerie könnte bald Bewegung kommen. Als Interessent fĂŒr einen Kauf gilt das Golfemirat Katar. Die Bundesregierung fĂŒhre GesprĂ€che, berichtete zuletzt «Business Insider». Das wurde der Deutschen Presse-Agentur von Insidern bestĂ€tigt. Das GeschĂ€ft wĂŒrde aber nicht die Bundesregierung tĂ€tigen, sondern es wĂŒrde zwischen Rosneft und Katar abgewickelt. Die Bundesregierung wĂŒrde den Deal nach dem Außenwirtschaftsgesetz unter die Lupe nehmen. Rosneft gilt als verkaufsbereit. 

Rosneft Russland habe mittlerweile «glaubhaft dargelegt», dass ein Verkauf von Rosneft Deutschland aktiv betrieben werde und dieser bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden solle, so das Bundeswirtschaftsministerium. «Ein Verkauf wÀre der rechtssicherste und damit auch schnellste Weg, um Investitionen in die Raffinerien zu ermöglichen und so die Standorte zu sichern.» Rosneft habe Klagen gegen die Treuhandanordnungen weiterhin ruhend gestellt. 

Minister: Von Enteignung wieder entfernt 

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sieht die VerlĂ€ngerung der Treuhandverwaltung bei PCK als Signal fĂŒr ein ernstes Interesse des russischen Staatskonzerns Rosneft am Verkauf seiner Mehrheitsanteile. «Ich bin sehr zufrieden damit, dass die russische Seite ganz offensichtlich an einem eigenstĂ€ndigen Verkauf ihrer Werke, ihrer Raffinerien in Deutschland interessiert ist und in ernsthafte Verhandlungen mit einem entsprechenden Interessenten gegangen ist. Das sind die Kataris», sagte Steinbach der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. 

Die VerlĂ€ngerung der Treuhandlösung biete die Möglichkeit, «dass man von dem deutlich aufwendigeren und risikobehafteten Weg der Enteignung erst mal wieder ein StĂŒck entfernt ist», betonte Steinbach. Zu VerkaufsplĂ€nen von Rosneft fĂŒr die Raffinerie-Anteile sagte er, ein solcher Prozess nehme im Allgemeinen mehrere Monate in Anspruch. «Es wĂ€re schon eine besonders schnelle Vorgehensweise, wenn wir in irgendeiner Form diesbezĂŒgliche Signale bis Ende des Jahres erhalten wĂŒrden.»

Linke fĂŒr Einstieg des Staates

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke sagte, der Bund könne und mĂŒsse so schnell wie möglich in die PCK einsteigen, damit dieser wichtige Strukturbaustein und die Tausenden ArbeitsplĂ€tze in der Region gehalten werden. «Was als Standard im Westen mit dem Einstieg des Bundes bei der Meyer Werft in Papenburg funktioniert, muss auch im Osten möglich sein.»

 

@ dpa.de