Deutschland, Energie

Umweltverband WWF sieht Brandenburg bei Energiewende vorn

08.09.2025 - 04:30:56

Wie steht es um die Energiewende? Bundeswirtschaftsministerin Reiche wĂŒnscht, bald einen «RealitĂ€tscheck» vorzulegen. Eine Studie untersucht, wie die LĂ€nder vorankommen.

Der Umweltverband WWF sieht bei der Umsetzung der Energiewende in einem Vergleich der BundeslĂ€nder Brandenburg vorn - gefolgt von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Der Verband untersuchte fĂŒr ein LĂ€nder-Ranking die Bereiche eneuerbare Energien, Verkehr und MobilitĂ€t, FlĂ€chenverbrauch und Naturschutz sowie GebĂ€ude und WĂ€rme. Dabei gebe es zum Teil große Unterschiede zwischen den LĂ€ndern.

«Wir brauchen noch einen deutlichen Schub, um Deutschland insgesamt auf Kurs zu bringen und unser wirtschaftliches, soziales und gesundheitliches Wohlergehen dauerhaft und nachhaltig zu sichern», so WWF-Klimachefin Viviane Raddatz. «Einige BundeslĂ€nder haben heute aber schon einen grĂ¶ĂŸeren Anteil daran, die Wende hin zu einer klimafreundlichen und stabilen Zukunft zu vollbringen.»

Unterschiede zwischen LĂ€ndern

Manche BundeslĂ€nder könnten auf ihren FlĂ€chen bereits große
Teile ihres Energiebedarfs durch Wind und Sonne decken, manche in ihren BallungsrĂ€umen nachhaltigere Verkehrskonzepte erproben, heißt es in der Studie. WĂ€hrend der Naturschutz in einigen BundeslĂ€ndern eine grĂ¶ĂŸere Rolle spiele, seien andere weiter beim klimafreundlichen Umbau ihres GebĂ€udebestands.

Kriterien fĂŒr den WWF waren bei erneuerbaren Energien zum Beispiel der Anteil am Strommix, bei Verkehr und MobilitĂ€t der Ausbau von LadesĂ€ulen und Radwegen, bei FlĂ€chenverbrauch und Naturschutz der Anteil von Naturschutzgebieten an der LandesflĂ€che und bei GebĂ€uden und WĂ€rme der Anteil von WĂ€rmepumpen bei Heizungen.

Einzelne Bereiche

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien steht Schleswig-Holstein auf Rang eins. Das Land im Norden habe den höchsten Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung. Das grĂ¶ĂŸte deutsche FlĂ€chenland Bayern kommt auf Rang vier. Dies liege vor allem am Solarzubau.

Bei Verkehr und MobilitÀt sieht der WWF die Stadtstaaten Bremen, 
Hamburg und Berlin vorn. Danach folgt als erstes FlĂ€chenland Nordrhein-Westfalen. Bei FlĂ€chenverbrauch und Naturschutz stehen laut WWF-Ranking Brandenburg und das Saarland an erster Stelle - Brandenburg aufgrund des niedrigsten Versieglungsanteils, das Saarland aufgrund des vergleichsweise hohen Anteils von Naturschutzgebiet an der LandesflĂ€che. Im Bereich GebĂ€ude und WĂ€rme sieht der WWF erneut Brandenburg vorn: Das Land verfĂŒge ĂŒber den geringsten Anteil unsanierter GebĂ€ude sowie einen im Vergleich niedrigen WĂ€rmebedarf und schaffe es zudem auch beim WĂ€rmepumpenanteil, vorn mit dabei zu sein.

WWF fordert VerlÀsslichkeit

Raddatz sagte, die Bundesregierung mĂŒsse beim Ausbau der erneuerbaren Energien fĂŒr VerlĂ€sslichkeit sorgen. Mit Spannung werden Ergebnisse eines Monitorings im Auftrag des Ministeriums zur Energiewende erwartet. Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) hatte vor diesem «RealitĂ€tscheck» bereits einen Kurswechsel angekĂŒndigt. Die Kosten bei der Energiewende mĂŒssten herunter. UmweltverbĂ€nde warnen davor, dass Reiche den Ausbau der erneuerbaren Energien bremst.

@ dpa.de

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