WDHROUNDUP, Maduro

WDH / ROUNDUP 2: Maduro bei Wahl in Venezuela offiziell zum Sieger erklÀrt

29.07.2024 - 07:44:56

(Wiederholung als Roundup 2. Neu: Opposition im 1.

und 3. Absatz.)

CARACAS (dpa-AFX) - Venezuelas autoritĂ€rer Staatschef NicolĂĄs Maduro ist bei der PrĂ€sidentenwahl in dem sĂŒdamerikanischen Krisenstaat nach offiziellen Angaben wiedergewĂ€hlt worden. Der Amtsinhaber kam bei der Abstimmung auf 51,2 Prozent der Stimmen, wie der Nationale Wahlrat (CNE) bekanntgab. Sein grĂ¶ĂŸter Herausforderer, Ex-Diplomat Edmundo GonzĂĄlez Urrutia vom OppositionsbĂŒndnis Plataforma Unitaria DemocrĂĄtica, erhielt demnach 44,2 Prozent. Die Opposition erkannte Maduros Wahlsieg nicht an und erklĂ€rte GonzĂĄlez zum PrĂ€sidenten. "Wir haben gewonnen, und alle Welt weiß das", sagte Oppositionspolitikerin MarĂ­a Corina Machado.

Mehrere Umfragen hatten einen Sieg des Oppositionskandidaten prognostiziert. Beobachter gingen allerdings schon vor der Abstimmung nicht von einer freien und fairen Wahl aus. Zuletzt wurden zahlreiche Oppositionelle festgenommen und regierungskritische Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen. Die Nichtregierungsorganisation Foro Penal berichtete von mehr als 300 politischen HĂ€ftlingen. Der populĂ€ren OppositionsfĂŒhrerin Machado wurde wegen angeblicher UnregelmĂ€ĂŸigkeiten aus ihrer Zeit als Abgeordnete die AusĂŒbung öffentlicher Ämter fĂŒr 15 Jahre untersagt. An ihrer Stelle trat schließlich der bis vor Kurzem noch weitgehend unbekannte GonzĂĄlez bei der PrĂ€sidentenwahl an.

Die Opposition habe 70 Prozent der Stimmen erhalten, Maduro 30 Prozent, sagte Machado in der Wahlnacht und berief sich auf unabhÀngige NachzÀhlungen.

Ein Viertel der Bevölkerung hat Venezuela verlassen

Maduro kann nun im Januar 2025 seine dritte sechsjĂ€hrige Amtszeit antreten. Dabei waren die Chancen auf einen Politikwechsel in Caracas nach EinschĂ€tzung von Beobachtern so gut wie lange nicht mehr. Im Gegensatz zu den Wahlen vor sechs Jahren zeigte sich die Opposition diesmal geschlossen. Zudem waren angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage auch bislang treue AnhĂ€nger von der sozialistischen Regierung enttĂ€uscht. Über 80 Prozent der Bevölkerung leben in dem einst reichen Land mit großen Erdölvorkommen unter der Armutsgrenze. Immer wieder kommt es zu StromausfĂ€llen. Gas, Medikamente und Benzin sind knapp. Mehr als sieben Millionen Menschen - ein Viertel der Bevölkerung - haben Venezuela in den letzten zehn Jahren wegen Armut und Gewalt verlassen.

Allerdings schĂŒrte Maduro zuletzt Angst vor Chaos beim Sieg der Opposition. So warnte er vor einem Blutbad und einem BĂŒrgerkrieg in Venezuela, sollte er bei der Abstimmung nicht wiedergewĂ€hlt werden. Nach seiner Stimmabgabe sagte er, dass sein Wahlsieg "die einzige Option fĂŒr den Frieden" sei. Das Wahlsystem in Venezuela bezeichnete er zum wiederholten Male als das "zuverlĂ€ssigste, transparenteste und sicherste Wahlsystem der Welt".

EuropÀische Union durfte keine Wahlbeobachter schicken

Die EU war bei der Abstimmung nicht mit Beobachtern vertreten, da Venezuelas Wahlbehörde eine Einladung aufgrund bestehender personenbezogener Sanktionen gegen Vertreter des Nationalen Wahlrats widerrufen hatte. Vier lateinamerikanische Ex-PrÀsidenten wurden am Freitag nach Angaben der panamaischen Behörden an der Anreise zur Wahlbeobachtung gehindert. Die Vereinten Nationen haben zwar einige Wahlexperten entsandt, allerdings sind ihre Rollen begrenzt, da das Gremium keine öffentlichen ErklÀrungen zur Bewertung des Wahlverlaufs abgibt.

@ dpa.de