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WDH: Ökonomen erwarten negative Folgen durch AfD-Erfolge

16.09.2024 - 14:09:10

(Wiederholung: Leadsatz prĂ€zisiert)MÜNCHEN - Wirtschaftswissenschaftler erwarten negative Konsequenzen durch die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und ThĂŒringen.

(Wiederholung: Leadsatz prÀzisiert)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Wirtschaftswissenschaftler erwarten negative Konsequenzen durch die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und ThĂŒringen. In einer Befragung des MĂŒnchner Ifo-Instituts unter 185 Ökonomen sagten gut 78 Prozent, dass sie mit negativen oder sehr negativen Folgen fĂŒr den Wirtschaftsstandort rechnen. Positive oder sehr positive Folgen sehen nur knapp drei Prozent.

"Die so einhellige EinschĂ€tzung von Wirtschaftsexperten, dass der Zuspruch fĂŒr radikale Parteien dem Wirtschaftsstandort schwer schaden wird, sollte ein Weckruf fĂŒr die Bevölkerung sein", sagt Niklas Potrafke, der Leiter des Ifo-Zentrums fĂŒr öffentliche Finanzen und politische Ökonomie. "Diese Ergebnisse unterstreichen, wie stark WahlausgĂ€nge wirtschaftliche Erwartungen beeinflussen."

FĂŒr FachkrĂ€fte unattraktiver

Besonders negativ sehen die befragten Wirtschaftsexperten die Folgen der AfD-Erfolge fĂŒr die AttraktivitĂ€t der LĂ€nder bei FachkrĂ€ften. Hier erwarten fast 84 Prozent der Befragten negative oder sehr negative Folgen, positive oder sehr positive nur drei Prozent. Auch bei Investitionsentscheidungen von Unternehmen erwartet eine deutliche Mehrheit von 77 Prozent negative Folgen, positive Auswirkungen sehen knapp 2 Prozent.

Auch die Ergebnisse des BSW machen den Ökonomen Sorgen. Gut 60 Prozent sehen negative Folgen fĂŒr den Wirtschaftsstandort, positive nur knapp 2 Prozent. "Die Auswirkungen des BSW-Wahlerfolgs auf die wirtschaftliche Entwicklung werden als etwas weniger negativ im Vergleich zur AfD eingeschĂ€tzt", sagt Ifo-Forscher Aaron GĂŒnther.

Folgen fĂŒr ThĂŒringen stĂ€rker

Fragt man die Forscher nach den Ergebnissen der Landtagswahlen getrennt nach beiden LĂ€ndern, sind die Antworten ebenfalls klar negativ: FĂŒr Sachsen sind es hier 67 Prozent negative aber nur 3 Prozent positive Antworten, fĂŒr ThĂŒringen ist das Ergebnis 74 zu 2.

FĂŒr die Erhebung wurden in der Zeit vom 3. bis 10. September 185 deutsche Professorinnen und Professoren der Volkswirtschaftslehre befragt.

@ dpa.de