ROUNDUP, Gastgewerbe

Gastgewerbe bĂŒĂŸt weitere UmsĂ€tze ein - Höhere Preise

20.02.2025 - 12:52:11

WIESBADEN - Das Gastgewerbe in Deutschland hat den Corona-Schock und die Inflation infolge des Ukraine-Kriegs immer noch nicht verdaut.

(neu: Dehoga)

WIESBADEN (dpa-AFX) - Das Gastgewerbe in Deutschland hat den Corona-Schock und die Inflation infolge des Ukraine-Kriegs immer noch nicht verdaut. Nach einer leichten Erholung im Jahr 2023 sind im vergangenen Jahr die preisbereinigten Erlöse fĂŒr Gastronomie und Beherbergungsbetriebe wieder gesunken, wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Mit einem Minus von 2,6 Prozent ist dieser reale Umsatz auch noch deutlich geringer ausgefallen als zunÀchst angenommen. In einer ersten SchÀtzung war die Wiesbadener Behörde von einem Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.

Höhere Preise bei weniger GeschÀft

Weil aber die Betriebe ihre Preise fĂŒr GetrĂ€nke, Speisen oder Übernachtungen deutlich erhöht haben, konnte die Branche ihre nominalen UmsĂ€tze 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent steigern. Die wenigen GĂ€ste mussten also mehr bezahlen als im vergangenen Jahr.

Das Umsatzniveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie hat das Gastgewerbe in Deutschland noch lĂ€ngst nicht erreicht: Im Jahr 2019 war der Umsatz der Branche real, also bereinigt um Preissteigerungen, 13,1 Prozent höher als 2024. Langfristig wurde die Gastronomie deutlich hĂ€rter getroffen als die Beherbergungsbranche. In Hotels und anderen Übernachtungsbetrieben betrĂ€gt der reale Umsatzverlust im Vergleich zu 2019 rund 4,9 Prozent, wĂ€hrend Kneipen und Restaurants mit 15,8 Prozent weniger GeschĂ€ft zurechtkommen mĂŒssen.

Mit den Preiserhöhungen hatten die Wirte und Hoteliers 2024 trotz des deutlich geringeren GeschĂ€fts unter dem Strich 9,9 Prozent mehr Erlös in den Kassen als 2019. Da gleichzeitig auch die Kosten deutlich gestiegen sind, ist damit ĂŒber die Gewinnsituation noch nichts gesagt.

Auch höhere Mehrwertsteuer treibt Preise an

WĂ€hrend der Pandemie hatte die Bundesregierung das Gastgewerbe zeitweise mit einem ermĂ€ĂŸigten Mehrwertsteuersatz unterstĂŒtzt. Seit dem 1. Januar 2024 gilt fĂŒr Speisen in der Gastronomie wieder der regulĂ€re Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, was auch höhere Preise fĂŒr die Kundschaft zur Folge hat.

Der Hotel- und GaststĂ€ttenverband (Dehoga) verlangt die RĂŒckkehr zum ermĂ€ĂŸigten Steuersatz von sieben Prozent auf Speisen. Vor allem in der Gastronomie spĂŒrten viele Betriebe die zunehmende PreissensibilitĂ€t und KonsumzurĂŒckhaltung der GĂ€ste, sagt Dehoga-PrĂ€sident Guido Zöllick. Dabei litten alle Betriebe unter den stark gestiegenen Kosten bei Personal, Nahrungsmitteln und Energie. Hinzu kĂ€me die wachsende BĂŒrokratie, die Zeit und Geld koste. "Es wird fĂŒr die Betriebe immer schwerer, wirtschaftlich zu arbeiten", sagt Zöllick und erwartet von der neuen Bundesregierung tiefgreifende Reformen.

@ dpa.de