Gewerkschaften und SozialverbÀnde fordern Milliardeninvestitionen
21.06.2024 - 14:25:29"Die Sparvorhaben bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt", so das BĂŒndnis in einem am Freitag in Berlin veröffentlichten Positionspapier an die Adresse der Regierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD). "Mit den drohenden KĂŒrzungen im Bundeshaushalt 2025 lĂ€uft die Bundesregierung Gefahr, den Sozialstaat zu schwĂ€chen."
Die VerbĂ€nde und Gewerkschafter fĂŒrchten nach eigenem Bekunden das Fehlen notwendiger finanzieller Mittel fĂŒr Ausbau und QualitĂ€t in der Kindertagesbetreuung, gegen Kinderarmut, fĂŒr sozialen Wohnungsbau oder die Verkehrswende. KĂŒrzungen bei den ZuschĂŒssen fĂŒr die gesetzliche Rente schlieĂe die Ampel aktuell nicht aus; ZuschĂŒsse an die Kranken- und Pflegeversicherung flössen nicht im erforderlichen Umfang. Auch Finanzmittel fĂŒr BĂŒrgergeld, Weiterbildung, Arbeitsmarktpolitik, Demokratieförderung, Freiwilligendienste, Migrationsberatung, den Kultursektor und fĂŒr den Ausbau von Barrierefreiheit sowie die Entwicklungszusammenarbeit stelle die Bundesregierung infrage.
"Das gefĂ€hrdet auch die Arbeit von Vereinen und Organisationen, die in den Bereichen Soziales, Kultur und Sport demokratisches Engagement und soziale Teilhabe fördern", warnen die Organisationen. "Das ist fĂŒr die unterzeichnenden Organisationen und VerbĂ€nde nicht hinnehmbar." Dies sind die AWO, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie, die Gewerkschaft Verdi, der Sozialverband Deutschland SoVD, der Sozialverband VdK Deutschland, die VolkssolidaritĂ€t, der ParitĂ€tische Gesamtverband und Campact.
Forderungen addieren sich zu Milliarden
Ihre Forderungen addieren sich zu Milliardeninvestitionen des Staats. Sie reichen von einer Stabilisierung der Pflegeversicherung und einem Sofortprogramm fĂŒr Gesundheitsversorgung und Kliniken bis hin zu genug Mitteln fĂŒr die freie Wohlfahrtspflege, fĂŒr Migrationsberatung, Asylverfahrensberatung und psychosoziale Zentren fĂŒr GeflĂŒchtete. Die Organisationen erinnern an Versprechen zum Ausbau von KitaplĂ€tzen und zum sozialen Wohnungsbau.
Das BĂŒndnis will, dass die ĂPNV-Infrastruktur im Land erhalten und ausgebaut wird, die Kommunen fĂŒr ihre Leistungen fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mehr Mittel bekommen und steigende CO2-Preise durch das versprochene Klimageld ausgeglichen werden. Freiwilligendienste brĂ€uchten zudem eine mehrjĂ€hrige Finanzierung - die Bundesmittel wĂŒrden derzeit nur jĂ€hrlich bewilligt, die Dienste aber meist ĂŒber ein Jahr hinweg angeboten. Zur Finanzierung ihrer Forderungen fordern die Organisationen etwa, Wohlhabende und Reiche stĂ€rker steuerlich zu belasten.

