Workation im öffentlichen Dienst: KBA erlaubt 40 Tage weltweit
30.06.2026 - 04:11:59 | boerse-global.de
Damit geht die Behörde deutlich weiter als viele andere Bundesämter.
Großzügige Regelungen im öffentlichen Dienst
Während die Privatwirtschaft teilweise wieder stärker auf Präsenz setzt, entdecken Bundesbehörden die Workation für sich. Die Modelle unterscheiden sich jedoch erheblich.
Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) haben 944 Personen eine Berechtigung – das sind 87,4 Prozent der Belegschaft. Neben der weltweiten Option erlauben andere Ämter das Arbeiten vorrangig innerhalb der EU.
Die Bundeszentrale für politische Bildung gewährt bis zu 30 Tage pro Jahr im EU-Ausland. Beim BSI können bis zu 60 Prozent der Arbeitszeit ortsunabhängig erbracht werden. Die Bundesagentur für Arbeit begrenzt Workations im EU-Ausland auf zehn Tage.
Das Bundeskartellamt und das Bundesverwaltungsamt beschränken mobiles Arbeiten dagegen weiterhin auf das Inland.
Kritik an der Signalwirkung
Die unterschiedlichen Handhabungen stoßen auf politisches Echo. Kritiker aus der Opposition warnen vor der Signalwirkung solcher Modelle. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert eine Anpassung der bestehenden Vorgaben.
Doch die Behörden stehen vor einem Dilemma: Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst zwingt sie, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.
Mehr Geld – aber auch mehr Arbeit
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Parallel zu den Arbeitsplatzmodellen gibt es Entwicklungen bei der Besoldung. In Brandenburg einigten sich Finanzministerium und Gewerkschaften Ende Juni auf eine Einigung.
Rückwirkend zum 1. Januar 2026 steigen die Gehälter der Landesbeamten um bis zu 20 Prozent. Lehrkräfte erhalten monatlich zwischen 900 und 1000 Euro mehr. Als Ausgleich steigt die wöchentliche Arbeitszeit befristet bis Mitte 2032 von 40 auf 41 Stunden.
Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom November 2025 zur Beamtenbesoldung in Berlin.
Spardruck auf Bundesebene
Finanzminister Lars Klingbeil fordert von allen Ministerien Einsparungen. Im Haushalt 2027 sollen zunächst ein Prozent eingespart werden – etwa 5 Milliarden Euro. Ab 2028 steigt die Quote auf drei Prozent.
Ein entsprechender Haushaltsentwurf soll am 6. Juli im Kabinett beraten werden.
Rentenkommission macht Vorschläge
Die künftige Belastung des öffentlichen Sektors beschäftigt auch die Rentenkommission. Aktuelle Vorschläge sehen vor, die Zahl der Neuverbeamtungen zu reduzieren und das Wachstum der Pensionen zu drosseln.
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Diskutiert wird zudem eine moderate Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67,5 Jahre bis 2041.
Experten warnen jedoch davor, Beamte kurzfristig in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren. Dies würde über rund 40 Jahre zu einer massiven Doppelbelastung führen – und auf erhebliche verfassungsrechtliche Hürden stoßen.
