Zahnarztpraxen: Fiona Ellwood fordert ergonomische Geräte für Frauen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 16. Oktober 2026 thematisierte Prof. Fiona Ellwood von der University of Lincoln im Vereinigten Königreich in einem Beitrag für das Fachblatt „BDJ Team“ die ergonomische Gestaltung zahnärztlicher Arbeitsgeräte. Das Equipment in Zahnarztpraxen sei noch immer vielfach an männlichen Durchschnittsmaßen ausgerichtet, obwohl Frauen inzwischen die Mehrheit des Personals stellten.
Wie das Fachportal dentonet.pl am 21. Oktober 2026 über die Veröffentlichung berichtete, fordert die Wissenschaftlerin deshalb eine gezielte Anpassung der Ausrüstung an weibliche Körpermaße.
Körperliche und wirtschaftliche Folgen unpassender Arbeitsmittel
Die Diskrepanz zwischen den Arbeitsgeräten und den tatsächlichen physischen Voraussetzungen der Behandlerinnen bleibt nicht ohne gesundheitliche Folgen.
Unpassende ergonomische Bedingungen führen laut dem Fachbeitrag häufig zu Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen. Diese körperlichen Beschwerden beeinträchtigen oft auch den Arbeitsalltag: Neben einer möglichen Reduzierung der Arbeitsstunden drohen messbare Produktivitätsverluste sowie im schlimmsten Fall ein vorzeitiger Berufsausstieg.
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Die ergonomische Fehlbelastung am Behandlungsstuhl wird damit über das individuelle Leid hinaus auch zu einem wirtschaftlichen Problem für Praxisbetriebe.
Empfohlene Maßnahmen für eine flexible Praxisausstattung
Um diesen Risiken wirksam zu begegnen, benennt der Beitrag eine Reihe konkreter technischer und organisatorischer Anpassungen. Als zentral gilt der Einsatz von Behandlerstühlen mit einem großen Bereich für die Höhenverstellung, damit die Sitzposition exakt eingerichtet werden kann.
Ebenso wichtig sei es, die Höhe des Patientenstuhls flexibel auf das jeweilige Behandlungsfeld abzustimmen und sämtliche Instrumente in direkter Reichweite zu platzieren.
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Bei Handinstrumenten empfiehlt Ellwood variable Griffdurchmesser sowie unterschiedliche Griffgewichte, um einer Überlastung von Händen und Unterarmen vorzubeugen. Zum empfohlenen Maßnahmenkatalog gehören außerdem das Bereitstellen von Arbeitshandschuhen in allen Größen, die Verwendung individuell angepasster Lupenbrillen, regelmäßige Behandlungspausen sowie eine konsequente Arbeit nach dem Vier-Hand-Prinzip mit Assistenz.
Differenzierte Datenlage erfordert weitere Forschung
Trotz der erkennbaren Defizite bei gängigen Ausstattungsstandards warnt Ellwood vor pauschalen Schlüssen. Ein höheres Risiko für Haltungsschäden und chronische Schmerzen lasse sich derzeit nicht automatisch allein über das Geschlecht ableiten.
Die wissenschaftliche Datenlage zu diesem Komplex sei nach wie vor unklar, weshalb zusätzliche Studien notwendig seien, um die genauen Wechselwirkungen zwischen Körpermaßen, Ausrüstungsdesign und körperlichen Belastungen im Behandlungsalltag detailliert zu erforschen. Dennoch gelte es bereits jetzt, ergonomische Spielräume in den Praxen voll auszuschöpfen.
