Zalando Erfurt: 2.100 Mitarbeiter vor Schließung, Verhandlung am 9. Juli
05.07.2026 - 22:33:15 | boerse-global.de
Juli ein neues Logistikzentrum in Mönchengladbach. Rund 12 Millionen Euro flossen in das Projekt, das innerhalb eines Jahres realisiert wurde. Ziel: Materialflüsse und Lagermöglichkeiten signifikant effizienter gestalten.
Auch in Werdohl-Dresel tut sich was. Der Dienstleister CES mietete rund 8.500 Quadratmeter Lagerfläche auf einem ehemaligen Industriegelände an. Geplant sind Investitionen in Millionenhöhe.
Regalsysteme als Effizienzhebel
Die Grundlage effizienter Lagerprozesse ist die präzise Abstimmung der Regalsysteme auf die Fördertechnik. Entscheidend sind Kennzahlen wie Flächenausnutzung und die Anzahl der Entnahmen pro Stunde (Picks). Für schwere Lasten setzen Unternehmen vermehrt auf spezialisierte Metallregale. Anbieter wie SimonRack führen Modelle ein, die bis zu 400 Kilogramm pro Ebene tragen.
Die Amortisationszeit solcher Systeme liegt laut einer Marktübersicht von 29 Intralogistik-Anbietern bei zwei bis fünf Jahren. Die Implementierung komplexer Systeme dauert zwischen sechs und 36 Monaten.
Just-in-Time und automatisierte Kühllager
Viele Unternehmen setzen auf das Just-in-Time-Prinzip (JIT), um Kapitalbindungen zu reduzieren. Das erfordert hohe digitale Planungstiefe und zuverlässige Lieferanten. In der Kühllogistik gewinnt die Automatisierung durch Urbanisierung an Bedeutung.
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Ein Beispiel: Nikko Sangyo Transport kooperiert mit dem Spezialisten Daifuku bei der Vollautomatisierung eines Tiefkühllagers. Mobile Palettenregale können die Kapazität dort teilweise verdoppeln.
Ergänzt wird die stationäre Technik durch mobile Überwachung. Am 5. Juli wurde eine KI-gestützte Indoor-Drohne vorgestellt. Sie ist mit einem Spezialkamerasystem für schwache Lichtverhältnisse ausgestattet und soll Bestandsmanagement und Sicherheit verbessern.
Digitale Zwillinge gegen Ausfallzeiten
Ein zentraler Baustein zur Ressourceneinsparung sind Digitale Zwillinge. Sie erlauben, Prozesse virtuell zu optimieren, bevor sie physisch umgesetzt werden. Die Kombination mit Künstlicher Intelligenz spart Energie und Rohstoffe. Durch Predictive Maintenance minimieren sich Ausfallzeiten.
Herausforderungen bleiben die Datenqualität und hohe Anfangsinvestitionen.
Die Notwendigkeit strenger Sicherheitsvorkehrungen zeigten zwei Schadensereignisse am Wochenende. Am 4. Juli verursachte ein Brand auf dem Stuttgarter Großmarkt Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Einen Tag später brannte eine Lagerhalle in Oranienburg.
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Auch die Cybersicherheit rückt in den Fokus. Laut Bitkom waren 2025 rund 87 Prozent der deutschen Unternehmen von Cyberattacken betroffen. Der Gesamtschaden: über 289 Milliarden Euro.
Arbeitsmarkt unter Druck
Der Bedarf an qualifiziertem Personal bleibt hoch. Allein in Wilhelmshaven waren Anfang Juli 17 Stellen für Lagerlogistik ausgeschrieben – mit Stundenlöhnen bis zu 23,39 Euro.
Der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (DSLV) mahnt politische Reformen an. Das aktuelle Reformprogramm der Regierung sei ein erster Schritt. Nötig seien weitere Entlastungen bei der Energieversorgung und konsequenter Bürokratieabbau.
Während neue Standorte entstehen, steht das Zalando-Logistikzentrum Erfurt vor dem Aus. Der Betriebsrat erhöht vor einer entscheidenden Verhandlungsrunde am 9. Juli den Druck. Von der geplanten Schließung Ende September sind rund 2.100 Mitarbeiter betroffen. Verhandelt wird über einen Sozialplan.
