Ăzdemir: Kinder-Werbeschranken bei Lebensmitteln eng fassen
25.06.2023 - 06:43:38Die geplanten BeschrĂ€nkungen bei der Werbung fĂŒr ungesĂŒndere Lebensmittel an die Adresse von Kindern sollen enger gefasst werden.
BundesernĂ€hrungsminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne) sagte der «Rheinischen Post» (Samstag) mit Blick auf die regierungsinternen GesprĂ€che: «Wir haben Anregungen und Kritik einflieĂen lassen und unseren Entwurf entsprechend prĂ€zisiert.» Werbeverbote fĂŒr Produkte mit zu viel Zucker, Fett und Salz sollten auf Zeiten konzentriert werden, in denen besonders viele Kinder Fernsehen schauen. Der Vorschlag sei nun, dass dies werktags von 17.00 bis 22.00 Uhr gilt, samstags zusĂ€tzlich von 8.00 bis 11.00 Uhr und sonntags von 8.00 bis 22.00 Uhr. Bisher war es tĂ€glich von 6.00 bis 23.00 Uhr vorgesehen.
Ăzdemir hatte die GesetzesplĂ€ne Ende Februar vorgestellt, die zu gesĂŒnderer ErnĂ€hrung und weniger Ăbergewicht beitragen sollen. In der Regierungskoalition hatte die FDP aber umgehend EinwĂ€nde angemeldet. Der Minister sagte zu den vorgelegten Ănderungen: «Wir prĂ€sentieren einen guten Vorschlag, der gerne noch ergĂ€nzt werden darf. Dann werden wir schnell ins Kabinett kommen.» Im Blick stehen Kinder unter 14 Jahren. Dabei soll sich die Feststellung eines zu hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehaltes an NĂ€hrwertberechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. Gesundheits- und Verbraucherexperten unterstĂŒtzen die PlĂ€ne, ErnĂ€hrungs- und Werbebranche machen aber Druck dagegen.
Fokus auf Kitas und Schulen
Zu Verboten von Plakatwerbung fĂŒr ungesunde Produkte an bestimmten Orten sagte Ăzdemir: «Wir konzentrieren uns hier auf die direkte ErnĂ€hrungsumgebung der Kinder: Kitas und Schulen.» Bisher waren solche «Bannmeilen» auch fĂŒr Freizeiteinrichtungen und SpielplĂ€tze geplant. Zudem werde klargestellt, «dass es kein Verbot von Werbung fĂŒr Lebensmittel in Schaufenstern gibt». Vorhandene Ausnahmen von Werbeverboten fĂŒr Milch und FruchtsĂ€fte sollten nun auch auf Joghurt ausgeweitet werden, der nicht extra gesĂŒĂt ist. FĂŒr Werbung im Radio solle auf eine «Sendezeit-Regelung» verzichtet werden. Im Internet seien «alle gĂ€ngigen KanĂ€le betroffen und auch Influencer».
Die Stiftung Kindergesundheit kritisierte die Ănderungen am Gesetzentwurf. «Es ist nicht zielfĂŒhrend, Plakatwerbung in der NĂ€he von SpielplĂ€tzen und Freizeiteinrichtungen weiterhin zu erlauben», sagte der Vorsitzende der Stiftung Kindergesundheit, Berthold Koletzko, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch mit den gekĂŒrzten Verbotszeiten fĂŒr Fernsehwerbung zeigte er sich unzufrieden: «Wenn man Kinder und ihre Gesundheit wirkungsvoll schĂŒtzen will, sollten die Zeiten von 6 bis 23 Uhr wochentags und am Wochenende eingeschlossen werden.»


