Putin, Gas

Putin will weiter Gas nach Europa liefern

05.09.2024 - 15:48:15

Zu Kriegsbeginn hatte Moskau Europa das Gas abgedreht. Nun bietet PrÀsident Putin es wieder an und bringt angesichts des drohenden Transitstopps durch die Ukraine Nord Stream 2 erneut ins Spiel.

Kremlchef Wladimir Putin hat Moskaus Bereitschaft zur Fortsetzung des Transits russischen Gases durch die Ukraine nach Europa bekrĂ€ftigt. «Denn wir und der Konzern Gazprom wollen unsere Verpflichtungen gegenĂŒber unseren Klienten erfĂŒllen, mit denen es langfristige VertrĂ€ge gibt», sagte der russische PrĂ€sident auf einer Plenarsitzung beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik. Der Transitvertrag ende aber zum Jahreswechsel und Russland könne die Ukraine nicht zur VerlĂ€ngerung zwingen. 

Die EuropĂ€er wiederum, die Einfluss auf Kiew hĂ€tten, zeigten wenig Interesse, Druck auszuĂŒben, sagte Putin. Daneben beklagte er, dass Polen die Pipeline Jamal - Europa geschlossen habe und Deutschland die durch die Ostsee fĂŒhrende Gasleitung Nord Stream 2 nicht anschließe. TatsĂ€chlich hat Russland im Mai 2022 die Gaslieferungen durch die Leitung Jamal - Europa selbst komplett eingestellt. BegrĂŒndet wurde dies damals damit, dass Polen sich weigerte, Gaszahlungen in Rubel umzustellen. 

Nord Stream 2 ist Putins Dauerthema

Die Pipeline Nord Stream 2 hat Putin in der Vergangenheit schon öfter ins Spiel gebracht, etwa als Russland 2022 die Lieferungen ĂŒber die Schwester-Pipeline Nord Stream 1 aus angeblich technischen Problemen erst drosselte und dann komplett einstellte - Wochen bevor diese durch eine Explosion schwer beschĂ€digt wurde. 

Auch wenn Putin in Wladiwostok vor allem Europa als Verlierer der gesunkenen Gaslieferungen aus Russland darstellte, hat der staatliche russische Konzern Gazprom im vergangenen Jahr massive Verluste eingefahren. Versuche, den fĂŒr Russland lukrativen europĂ€ischen Gasmarkt durch Asien zu ersetzen, sind bislang nicht besonders erfolgreich. Verhandlungen mit China ĂŒber den Bau einer zweiten Gas-Pipeline stocken. Die Chinesen sind dem Vernehmen nach nicht bereit, so hohe Preise zu zahlen wie die EuropĂ€er.

@ dpa.de