ROUNDUP, Baerbock

Baerbock sieht Europas Sicherheit durch EU-Erweiterung 2004 erhöht

01.05.2024 - 16:32:12

Zum 20. Jahrestag der Aufnahme in die EuropÀische Union haben die osteuropÀischen Staaten ihre EU-Mitgliedschaft als Erfolgsgeschichte gefeiert.

Polen habe am 1. Mai 2004 seinen Platz gefunden, sagte Außenminister Rados?aw Sikorski am Mittwoch bei einem Treffen mit seiner deutschen Kollegin Annalena Baerbock (GrĂŒne) in der deutsch-polnischen Doppelstadt Frankfurt (Oder) und Slubice: "Unter Freunden, unter VerbĂŒndeten, in Europa, zuhause. DafĂŒr haben Generationen von Polen gekĂ€mpft." Baerbock betonte, dass von der Erweiterung um die ehemaligen Ostblockstaaten die ganze EuropĂ€ische Union profitiert habe.

In einer gemeinsamen ErklĂ€rung der StaatsprĂ€sidenten der baltischen Staaten vom Mittwoch hieß es: "Wir haben enormes Wirtschaftswachstum, StabilitĂ€t und Sicherheit erlebt und stehen gleichzeitig fĂŒr eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte der europĂ€ischen Integration und Transformation." Die Staatschefs Alar Karis (Estland), Edgars Rinkevics (Lettland) und Gitanas Nauseda (Litauen) schreiben weiter: "Die Inschrift "EuropĂ€ische Union" erschien auf den PĂ€ssen unserer BĂŒrger und markierte eine triumphale RĂŒckkehr zu unserem rechtmĂ€ĂŸigen historischen Platz als Mitglieder der europĂ€ischen Familie."

Am Dienstag hatte bereits BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit dem tschechischen PrĂ€sidenten Petr Pavel in Prag den historischen Jahrestag gefeiert. Beide StaatsoberhĂ€upter sprachen sich dafĂŒr aus, weitere Beitrittskandidaten in die EuropĂ€ische Union aufzunehmen. "Wenn wir die Westbalkanstaaten, die Ukraine, die Republik Moldau und Georgien zu lange vor der TĂŒr stehen lassen, liefern wir sie Akteuren wie Russland aus, die es mit den EuropĂ€ern und Europa keineswegs gut meinen", warnte Pavel bei einer Europakonferenz. Auch Steinmeier sagte: "Zu einem freien Europa und zu unserer Union gehören die Staaten des Westbalkans, die Ukraine und Moldau."

Am 1. Mai 2004 waren die frĂŒheren Ostblock-Staaten Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Polen sowie Malta und Zypern der EuropĂ€ischen Union beigetreten. Es handelte sich um die grĂ¶ĂŸte Erweiterung in der Geschichte der EU. Die EuropĂ€ische Gemeinschaft wuchs schlagartig um 75 Millionen Menschen.

Der Beitritt habe die ganze Gemeinschaft stĂ€rker und vor allem sicherer gemacht, sagte Baerbock in Slubice. Es sei ein "unglaublicher Moment" vor 20 Jahren gewesen, "dass wir als LĂ€nder, als Gesellschaften, als Europa die Kraft gefunden haben, die Teilung Europas zu ĂŒberwinden, und dass wir damit zugleich endgĂŒltig zu einer Friedens- und Freiheitsgemeinschaft geworden sind".

Die Osterweiterung sei "nicht vom Himmel gefallen". Es habe immer wieder den Mut der politisch Verantwortlichen sowie der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger gebraucht, diesen Schritt ins Neue zu wagen. "Wir glauben, dass wir diese mutige Verantwortung gerade heute wieder brauchen, um aus unserer gemeinsamen Wirtschafts- und Handelsunion eine Sicherheitsunion zu machen", betonte Baerbock. Dabei komme es vor allem auf die Zusammenarbeit Deutschlands und Polens an. Die EU mĂŒsse so reformiert werden, dass sie sicherheitspolitisch stĂ€rker werde und mit einer Stimme spreche. Zudem mĂŒssten die LĂ€nder aufgenommen werden, die auch Teil dieser Freiheits- und Friedensunion werden wollten.

@ dpa.de