BMW, AktionÀren

BMW stellt sich 3000 AktionÀren

14.05.2025 - 12:45:49

Zum ersten Mal seit fĂŒnf Jahren fĂŒllen die Anteilseigner wieder die Olympiahalle. Bis zur nĂ€chsten Hauptversammlung in PrĂ€senz könnte es wieder lange dauern.

BMW hat sich zum ersten Mal seit fĂŒnf Jahren wieder auf einer klassischen Hauptversammlung den AktionĂ€ren gestellt. Rund 3000 Menschen folgten der Einladung in die MĂŒnchner Olympiahalle nach Unternehmensangaben - oft getrieben vom Wunsch, aus erster Hand zu hören, wie ihr Unternehmen durch die von den US-Zöllen ausgelösten weltwirtschaftlichen Verwerfungen kommen oder die SchwĂ€che in China ĂŒberwinden will. 

«Der Mensch ist nicht digital. Wir alle wollen uns auch persönlich austauschen. Uns dabei in die Augen schauen», sagte Konzernchef Oliver Zipse zu Beginn - und zur BegrĂŒndung der PrĂ€senzveranstaltung. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer betonte - unter Applaus der AktionĂ€re, dass gerade in Zeiten großer VerĂ€nderungen die Argumente fĂŒr eine PrĂ€senzveranstaltung ĂŒberwogen hĂ€tten.

Reithofer gibt Posten als Aufsichtsratschef ab

Dabei dĂŒrfte Reithofer selbst ein Argument fĂŒr die PrĂ€senzveranstaltung gewesen sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende und frĂŒhere Konzernchef verabschiedete sich mit der Hauptversammlung nach 38 Jahren vom Unternehmen - sichtlich gerĂŒhrt und gewĂŒrdigt von Konzernchef Zipse, AktionĂ€rsvertretern und GroßaktionĂ€r Stefan Quandt. 

Nachfolger wird der ehemalige Finanzvorstand Nicolas Peter. Er wurde mit gut 86 Prozent Zustimmung in den Aufsichtsrat gewÀhlt und sollte noch am Mittwoch vom Aufsichtsrat zum Vorsitzenden bestimmt werden.

Wie die nÀchste Hauptversammlung aussieht, ist offen

Wann es die nĂ€chste PrĂ€senz-Hauptversammlung bei BMW geben wird, ist allerdings offen. Das Unternehmen holte sich am Mittwoch die Genehmigung fĂŒr virtuelle Hauptversammlungen fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre. Zwar hatten AktionĂ€rsvertreter - unter anderem Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung fĂŒr Wertpapierbesitz - kritisiert, dass dies zu lange sei. Doch die Hauptversammlung nahm den Antrag mit fast 93 Prozent der Stimmen an. 

Viele andere Unternehmen haben sich zuletzt nur zwei Jahre genehmigen lassen. Immerhin verspricht BMW, mindestens einmal in den fĂŒnf Jahren eine PrĂ€senz-Hauptversammlung zu veranstalten. Und Bergdolt warb fĂŒr mehr davon: «Sie sehen doch, wie gerne die AktionĂ€re kommen», sagte sie in Richtung der Unternehmensspitze. 

Auch Umweltaktivisten hĂ€tten sicher gerne weitere PrĂ€senzveranstaltungen. Sie nutzten die HV als BĂŒhne und versuchten vor allem die Rede von Konzernchef Zipse mit Zwischenrufen und Plakaten zu stören. Sie blieben aber eher eine Randnotiz.

@ dpa.de