Sonderzahlung, Inflationsausgleich

Viele profitieren von Sonderzahlung als Inflationsausgleich

11.06.2024 - 06:20:09

Zur Abfederung der hohen Inflation hat im vergangenen Jahr fast die HĂ€lfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland von ihrem Arbeitgeber eine Sonderzahlung erhalten.

Allerdings verneinten 21 Prozent der BegĂŒnstigten in einer YouGov-Umfrage im Auftrag der in NĂŒrnberg ansĂ€ssigen Teambank die Frage, ob sie durch den Inflationsausgleich "spĂŒrbar mehr Geld zur VerfĂŒgung" gehabt hĂ€tten. Bei 26 Prozent der BegĂŒnstigten machte sich die PrĂ€mie nach deren Angaben positiv bemerkbar.

Mit einer steuerfreien InflationsausgleichsprĂ€mie sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angesichts gestiegener Verbraucherpreise entlastet werden. Es handelt sich um eine freiwillige Zahlung der Arbeitgeber, die zusĂ€tzlich zum regelmĂ€ĂŸigen Arbeitseinkommen einmalig oder in TeilbetrĂ€gen ausgezahlt wird. Vom 26. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2024 ist die PrĂ€mie bis zu einem Betrag von 3000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei.

Nicht alle profitieren gleichermaßen

Ein Inflationsausgleich kam der Erhebung zufolge vor allem Haushalten mit höheren Einkommen zugute. Etwa zwei Drittel (64 Prozent) der BeschĂ€ftigten, die monatlich ĂŒber mehr als 4000 Euro netto verfĂŒgen, haben nach eigenen Angaben eine Sonderzahlung erhalten. In den Haushalten mit einem Nettoeinkommen von unter 2000 Euro monatlich waren es drei von zehn BeschĂ€ftigten (30 Prozent). Die Fragen zum Inflationsausgleich stellte YouGov im Februar des laufenden Jahres 1751 Arbeitnehmern in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren.

Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 hatten sich vor allem Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuert und die Teuerung insgesamt angeschoben. In Deutschland lag die Inflationsrate im Jahresschnitt 2022 bei 6,9 Prozent. 2023 fiel die Rate mit 5,9 Prozent etwas niedriger aus, lag aber immer noch auf dem zweithöchsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Sie können sich dann fĂŒr einen Euro weniger leisten.

Viele Menschen (27 Prozent) legten der Umfrage zufolge die steuerfreie Sonderzahlung zurĂŒck, um fĂŒr erhöhte Energie- und Heizkosten abgesichert zu sein. Fast genauso viele (26 Prozent) verwendeten das zusĂ€tzliche Geld, um ihren Lebensstandard zu halten. Jeder FĂŒnfte (21) gab an, das Geld bewusst gespart zu haben, um sich damit WĂŒnsche zu erfĂŒllen.

@ dpa.de