ZUT-Sicherheitstraining, Polizei

ZUT-Sicherheitstraining: Polizei schult 1300 Beschäftigte für Angriffe

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Unterweisung behandelte Reaktionen auf bewaffnete Angriffe, Erste Hilfe und das Sichern von Räumen.
Leerer Flur in einem modernen Universitätsgebäude mit Stahltüren und klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Die Woiwodschaftspolizei KWP Szczecin hat rund 1300 Beschäftigte der Westpommerschen Technischen Universität (ZUT) für akute Gefahrenlagen und medizinische Notfälle geschult.

Wie Medien am 28. Oktober 2026 berichteten, fand das groß angelegte Sicherheitstraining für den Großteil des Hochschulpersonals über digitale Kanäle statt. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Handlungsempfehlungen für Extremsituationen sowie lebensrettende Sofortmaßnahmen am Arbeitsplatz.

Verhaltensregeln bei bewaffneten Angriffen

Das Schulungsprogramm der Polizei widmete sich unter anderem Bedrohungsszenarien mit Messern, Äxten oder Schusswaffen. Geleitet wurde die Unterweisung von den Polizeibeamten nadkom. dr Micha? Kurdziel und podkom. Piotr Palicki. Ein zentraler Bestandteil der Schulung war die sogenannte „4U“-Regel, die auf vier aufeinander aufbauenden Verhaltensweisen basiert: beobachten, fliehen, verstecken und den Angriff vereiteln.

Die Referenten der KWP Szczecin wiesen darauf hin, dass ein bewaffneter Übergriff in der Regel bis zu 10 Minuten andauert. In dieser kritischen Anfangsphase herrsche vor Ort erfahrungsgemäß großes Informationschaos, während die offiziellen Notrufnummern durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anrufe häufig überlastet seien.

Barrikadieren statt vorschneller Flucht

Ein Schwerpunkt der taktischen Hinweise lag auf der richtigen Einschätzung von Fluchtwegen. Nach Angaben der Polizei Szczecin sei eine Flucht nicht in jedem Fall die sicherste Option, da der Angreifer die Fluchtwege im Gebäude oft kenne. Zudem bestehe das Risiko, dass der vorgesehene Sammelplatz nach einer Evakuierung selbst zum Ziel des Täters werde.

In vielen Gefahrenlagen sei das gezielte Verbarrikadieren in Räumen die bessere Wahl. Die Beamten zeigten den Universitätsmitarbeitern konkrete Handgriffe, um Räume rasch abzusichern – etwa durch das Herausreißen von Stühlen zur Blockade oder das Fixieren von Türklinken und Schließmechanismen mithilfe von Gürteln.

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Schnelle Erste Hilfe bei Herzstillstand und Blutungen

Neben der Reaktion auf Gewaltakte vermittelte das Training grundlegende Kenntnisse der Ersten Hilfe. Die Schulungsinhalte umfassten Maßnahmen bei Erstickungsanfällen, starken Blutungen sowie beim plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand.

Die Polizei verwies in diesem Zusammenhang auf Daten des European Resuscitation Council: Ohne sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenschance einer betroffenen Person pro Minute um 10 bis 12 Prozent. Wird hingegen unverzüglich eine Reanimation eingeleitet, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute lediglich um 2 bis 3 Prozent. Die ersten Augenblicke vor dem Eintreffen der Rettungskräfte seien daher entscheidend.

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Hohe Resonanz nach vorangegangenen Zwischenfällen

An der Technischen Universität stieß die Initiative auf enormes Interesse. Laut Angaben der ZUT gingen bereits innerhalb von zwei Tagen rund 800 Anmeldungen ein; insgesamt registrierten sich circa 1300 Mitarbeiter für die Unterweisung.

Der Prorektor der Hochschule, Krzysztof Pietrusewicz, bezeichnete die Schulung als notwendige Konsequenz aus realen Gefährdungen. Als konkrete Auslöser für das Angebot nannte er die Tragödie an der Universität Warschau im Jahr 2025 sowie jüngste Angriffe an Schulen, die die Dringlichkeit strukturierter Krisenkonzepte im Bildungsbereich verdeutlicht hätten.

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