ROUNDUP, KĂŒrze

In KĂŒrze Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran

24.06.2025 - 06:15:28

Zwischen Israel und dem Iran soll nach Angaben von US-PrÀsident Donald Trump in wenigen Stunden eine "komplette und absolute" Waffenruhe beginnen.

Schon 24 Stunden nach Beginn der gestaffelten Waffenruhe soll der Krieg beendet werden, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Weder Israel noch der Iran Ă€ußerten sich unmittelbar zu Trumps AnkĂŒndigung aus der Nacht zum Dienstag.

Die Waffenruhe solle in etwa sechs Stunden in Kraft treten, sobald beide Seiten andauernde EinsĂ€tze beendet hĂ€tten, schrieb Trump gegen 18.00 Uhr (Ortszeit Washington; Mitternacht MESZ). Der von Trump zunĂ€chst beschriebene Ablauf scheint sich indes nicht auf eine gleichzeitig in Kraft tretende, sondern eine gestaffelte Waffenruhe zu stĂŒtzen. ZunĂ€chst werde der Iran fĂŒr zwölf Stunden eine Waffenruhe einhalten, dann auch Israel fĂŒr zwölf Stunden. Nach Ablauf dieser 24 Stunden gelte der Krieg dann als beendet, schrieb Trump weiter. Das wĂ€re demnach Mittwochmorgen (MESZ).

Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge kam die Vereinbarung der Waffenruhe auch dank der Vermittlung des Emirats Katar zustande. Katar unterhĂ€lt sowohl zum Iran als auch zu den USA gute Beziehungen.

Trump spricht vom Ende des "Zwölftagekriegs"

Unter der Annahme, dass der Ablauf so funktionieren werde, wolle er Israel und dem Iran bereits jetzt gratulieren, dass sie den Mut und die Weisheit hĂ€tten, den Krieg zu beenden. Dieser werde kĂŒnftig als "Zwölftagekrieg" bekannt sein, schrieb Trump weiter. "Das ist ein Krieg, der noch Jahre hĂ€tte andauern können, und der den ganzen Nahen Osten hĂ€tte zerstören können, aber so kam es nicht - und wird es nicht kommen", schrieb Trump weiter.

Die von Trump vorgeschlagene Bezeichnung "Zwölftagekrieg" scheint sich an den "Sechstagekrieg" von 1967 zwischen Israel, Ägypten, Jordanien und Syrien anzulehnen.

Waffenruhe auch ein Erfolg fĂŒr Trump

Falls die Waffenruhe wie von Trump beschrieben funktionieren sollte, wĂ€re dies auch ein klarer Erfolg fĂŒr den US-PrĂ€sidenten. Trump wollte verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickeln kann. Dabei setzte er zunĂ€chst auf Verhandlungen mit Teheran. FĂŒr den Fall eines Scheiterns drohte er mehrfach mit Angriffen auf den Iran - doch war klar, dass Trump eigentlich keinen Krieg wollte. Der Republikaner wollte die USA nicht erneut in einen Konflikt im Nahen Osten verwickeln und sich lieber auf seinen innenpolitische und wirtschaftliche Agenda konzentrieren.

Das scheint ihm nun gelungen zu sein - wenn auch wohl von Israels Gnaden: WĂ€hrend die USA noch auf Verhandlungen mit Teheran setzten, entschied Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu, den Iran anzugreifen. Die USA beteiligten sich zunĂ€chst nicht an dem Krieg, griffen dann am Wochenende aber auf Trumps Befehl mit gezielten Angriffen gegen drei Atomanlagen ein, darunter zwei unterirdische Ziele in Natans und Fordo. Trump zufolge sollen die fĂŒr Irans Atomprogramm wichtigen Anlagen komplett zerstört worden sein.

Israels Angriffe auf das iranische Atomprogramm

Israel hatte den Krieg gegen seinen Erzfeind Iran vor gut zehn Tagen begonnen und fliegt seither massive Luftangriffe gegen Ziele im ganzen Land. Israels erklÀrtes Ziel war es, Teherans Atomprogramm zu stoppen und die von Irans Waffenprogrammen ausgehende Gefahr zu neutralisieren. Teheran hat stets betont, dass sein Atomprogramm nur zivilen Zwecke diene, nicht der Entwicklung von Atomwaffen.

Nach dem US-Bombardement vom Wochenende fĂŒhrte der Iran am Montag einen begrenzten Vergeltungsschlag gegen einen amerikanischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt in Katar durch. Dabei kam niemand zu Schaden. Die iranischen Raketen wurden von der Luftabwehr abgeschossen. Trump zufolge hatten die Iraner die USA vor dem Angriff auch gewarnt - es schien sich also von vorneherein eher um einen symbolischen Akt der Vergeltung zu handeln. Weitere SchlĂ€ge dĂŒrften angesichts der Waffenruhe kaum zu erwarten sein.

Machterhalt fĂŒr iranische FĂŒhrung

Die von Israels Angriffen massiv geschwĂ€chte Islamische Republik wollte vermutlich keine weitere Eskalation des Konflikts. Experten zufolge hĂ€tte ein großer Krieg das Fortdauern der iranischen FĂŒhrung um Ajatollah Ali Chamenei selbst bedrohen können. Israel scheint seine Kriegsziele mit Blick auf das Atomprogramm als erfĂŒllt anzusehen - und die FĂŒhrung in Teheran kann sich mit der Waffenruhe an der Macht halten.

@ dpa.de