Aachen, KMU

Aachen: 26 KMU erhalten 2,23 Millionen Euro für digitale Gesundheit

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Gesundheitsregion Aachen treibt die Digitalisierung voran: Neue Partnerschaften und Millionen-Fördermittel unterstützen KI-Anwendungen in Pflege und Therapie.

Gesundheitsregion Aachen: Millionen-Förderung für KI-Projekte und digitale Pflege
Medizinisches Fachpersonal bei der gemeinsamen Nutzung eines Tablets in einer modernen Klinik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Gesundheitsregion Aachen verdichten sich die Anstrengungen zur Digitalisierung medizinischer und pflegerischer Prozesse. Durch die Auswahl neuer Innovationspartnerschaften und die Bereitstellung umfangreicher Fördermittel wird die Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Forschungseinrichtungen und Leistungserbringern gezielt intensiviert. Aktuelle Entwicklungen zeigen dabei einen klaren Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Therapieansätzen.

Neue Kooperationen zwischen Start-ups und klinischer Praxis

Im Rahmen aktueller Auswahlverfahren wurden drei neue Innovationspartnerschaften für die regionale Gesundheitswirtschaft benannt. Diese Kooperationen zielen darauf ab, technologische Innovationen unmittelbar in die medizinische Versorgung zu integrieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der digitalen Therapie der craniomandibulären Dysfunktion (CMD), die das Unternehmen JawBuddy gemeinsam mit der Uniklinik RWTH Aachen entwickelt.

Parallel dazu adressieren weitere Projekte den administrativen Aufwand im Gesundheitswesen. Das Unternehmen CLARAPLAN erarbeitet zusammen mit den St. Gereon Seniorendiensten und dem Franziskusheim Lösungen für eine KI-gestützte Pflegeplanung. Im Bereich der Primärversorgung kooperiert MediSync mit der Hausarztpraxis von Prof. Dr. Mücke, um die automatisierte Dokumentation und die Erstellung von Arztbriefen mittels künstlicher Intelligenz zu optimieren. Laut Planungen der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur AGIT ist bereits eine dritte Bewerbungsrunde für derartige Partnerschaften vorgesehen.

Strategische Erweiterung des Pflege-Ökosystems

Das Projekt „Care for Sustainable Innovation“ (CSI) verzeichnete bereits in den vergangenen Monaten eine signifikante Dynamik. Im digitalHUB Aachen fanden Kick-off-Veranstaltungen für mehrere Partnerschaften statt. Dazu gehören Vorhaben von MAXAEL Systems, Meknes LongLife sowie eine Kooperation von Helga Engels zur Etablierung einer KI-API-Plattform für den Pflegesektor. Ein weiteres Projekt ist die Zusammenarbeit des Unternehmens hiptron mit dem Haus Cadenbach zur Entwicklung eines vernetzten Rollators.

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Für das CSI-Projekt wurden in einer vorangegangenen Phase bis zum Sommer 2026 gezielt Partner für Themenfelder wie das smarte Seniorenzimmer, digitale Prähabilitation und die Gehirn-Computer-Schnittstelle BrainBridge gesucht. Die Bewerbungsphasen erstreckten sich dabei über das gesamte erste Halbjahr 2026. Diese Initiativen bauen auf einer gewachsenen Struktur auf, die bereits im Vorjahr durch die Auszeichnung der „digitalPIONEER 2025“ sichtbar wurde. Damals wurden Unternehmen wie FragDieApotheke, IASON consulting, KELK, MARIENBORN und das Seniorenheim Stiftung Carl Kreuser jr. für ihre digitalen Vorreiterrollen gewürdigt.

Fördermittel und überregionale Vernetzung

Die finanzielle Flanke der regionalen Innovation wird durch verschiedene Förderprogramme abgesichert. Im dritten Aufruf des STIPP-Programms für die Euregio Maas-Rhein wurden zehn neue Projekte ausgewählt. Insgesamt profitieren 26 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden von EFRE-Fördermitteln in Höhe von rund 2,23 Millionen Euro. Sieben dieser Unternehmen stammen direkt aus der Region Aachen. Anfang August 2026 startete ein weiterer Förderaufruf, der ein Volumen von 3,0 Millionen Euro umfasst.

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Zusätzlich hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Wettbewerbe „PerMed.NRW“ sowie „IuK & Gender Med.NRW“ mit einem Gesamtfördervolumen von etwa 36 Millionen Euro initiiert. Die Gesundheitsregion Aachen unterstützt hiesige Akteure bei der Vorbereitung entsprechender Projektanträge.

Zur weiteren Vernetzung des Standorts mit internationalen Märkten ist für Ende September 2026 ein Health-Networking-Event in Essen geplant. Dabei sollen internationale Scale-ups mit dem regionalen Gesundheitsökosystem verknüpft werden. Die Veranstaltung sieht unter anderem Elevator Pitches vor und wird von Partnern wie der EWG, BoWe und WFDO sowie der MedEcon-Tochter Quhr unterstützt.

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