Access MeMed BV: FDA lÀsst 15-Minuten-Bluttest zur Infektionsdiagnostik zu
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 20:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie US-Gesundheitsbehörde FDA hat am 3. November 2026 eine neue Version des MeMed-BV-Tests unter dem Namen Access MeMed BV fĂŒr AnalysegerĂ€te von Beckman Coulter zugelassen. Die Freigabe umfasst die Analysesysteme DxI 9000 sowie Access 2. Der diagnostische Test ist fĂŒr Erwachsene und Kinder ab einem Alter von 90 Tagen bestimmt, bei denen der Verdacht auf eine akute Infektion vorliegt.
Vorgesehen ist die Anwendung in Notaufnahmen, Notfallpraxen und bei stationÀren Krankenhausaufnahmen. Als Ausgangsmaterial dient eine Serum- oder Plasmaprobe, wobei das System DxI 9000 ein Testergebnis nach rund 15 Minuten bereitstellt.
Differenzierung zwischen viralen und bakteriellen Erregern
Das Testverfahren misst die drei Proteine TRAIL, IP-10 sowie CRP und errechnet ĂŒber einen Algorithmus einen Zahlenwert zwischen 0 und 100. Ein niedriger Wert signalisiert eine virale Infektion, ein hoher Wert deutet auf eine bakterielle Ursache hin, wĂ€hrend Werte im mittleren Bereich als uneindeutig gewertet werden.
Die Technologie soll medizinisches Personal bei der Entscheidung unterstĂŒtzen, ob eine Antibiotikatherapie angezeigt ist. Nach Erhebungen der US-Gesundheitsbehörde CDC sind mindestens 28 Prozent der ambulant in den USA verordneten Antibiotika medizinisch unnötig.
Wer sich mit diagnostischen Verfahren und Laborwerten befasst, sollte auch die Bedeutung der eigenen Werte im Blick behalten. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report erklÀrt verstÀndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie man Fehldiagnosen vermeidet. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen
Einsatzgrenzen und Finanzierung der Studien
Trotz der behördlichen Zulassung ist der Einsatz an enge Voraussetzungen gebunden. Das System bestimmt nicht den spezifischen Erreger, sondern erfasst die Reaktion des Immunsystems. Der Test eignet sich nicht fĂŒr routinemĂ€Ăige Vorsorgeuntersuchungen, und uneindeutige Befunde sind weiterhin möglich.
AuĂerhalb des definierten Indikationsbereichs wies das Verfahren zudem Defizite auf: Laut einer im Jahr 2026 im Fachjournal Journal of Clinical Microbiology veröffentlichten Studie arbeitete der Test bei abweichenden Anwendungsszenarien deutlich weniger genau. Ăberdies wurde ein GroĂteil der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Forschung herstellerfinanziert durchgefĂŒhrt.
Wissenschaftliche Datenlage und Fehlerquellen
Die Evidenzbasis stĂŒtzt sich auf unterschiedliche klinische Untersuchungen der vergangenen Jahre. Die sogenannte Apollo-Studie aus dem Jahr 2024 ermittelte in Notaufnahmen eine gute Ăbereinstimmung mit Referenzbefunden. Eine im Jahr 2026 vorgelegte systematische Ăbersichtsarbeit fasste die Daten von 16 Studien zusammen.
Zudem existieren Ergebnisse aus der randomisierten Pilotstudie JUNO aus dem Jahr 2025 sowie eine ebenfalls 2025 publizierte gepoolte Analyse, die Daten von Personen ĂŒber 65 Jahren untersuchte. Ein gesundheitsökonomisches Simulationsmodell analysierte 2026 die potenziellen Auswirkungen fĂŒr Gesundheitssysteme in Frankreich und Spanien.
Tausende Menschen nutzen bereits moderne LeitfĂ€den, um medizinische Befunde und Vitalstoff-Werte besser einordnen zu können. Vitalstoffexperte Dr. Ulrich Fricke gibt in seinem Gratis-PDF praxisnahe Tipps, die sogar medizinisches Fachpersonal ĂŒberraschen. Kostenlosen 25-Seiten-Report hier sichern
Gleichzeitig offenbarten frĂŒhere Erhebungen methodische Schwachstellen: Bei einer Untersuchung aus dem Jahr 2024 zu stationĂ€r versorgten Atemwegsinfektionen stufte das Testverfahren zahlreiche virale Infektionen fĂ€lschlicherweise als bakteriell ein.
