Achtsamkeit, Studien

Achtsamkeit: Neue Studien warnen vor Nebenwirkungen

Veröffentlicht am: 12.05.2026 um 14:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung der Uni Duisburg-Essen belegt: Kurzmeditationen können Vorurteile verstÀrken. Experten fordern differenzierte Anwendung von Entspannungstechniken.

Achtsamkeit: Neue Studien warnen vor Nebenwirkungen Illustration mit AI erstellt.
Achtsamkeit: Neue Studien warnen vor Nebenwirkungen Illustration mit AI erstellt.

Neue Studien zeigen: Die beliebten Entspannungstechniken können unter bestimmten UmstÀnden sogar schaden.

Eine Untersuchung der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, veröffentlicht in PLOS One, liefert ĂŒberraschende Ergebnisse. Kurzmeditationen können soziale Vorurteile verstĂ€rken, statt sie abzubauen. Die Progressive Muskelentspannung (PMR) schnitt in den randomisierten Doppelblindstudien deutlich besser ab.

Anzeige

Da körperliche Entspannung laut aktuellen Studien oft effektiver ist als reine Meditation, bieten gezielte BewegungsablĂ€ufe eine ideale ErgĂ€nzung fĂŒr Ihr Wohlbefinden. Der kostenlose Ratgeber eines deutschen Olympia-Experten zeigt, wie Sie mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse erzielen. 17 Übungen fĂŒr 3 Minuten tĂ€glich jetzt kostenlos herunterladen

„Die Anwendung von Achtsamkeit darf nicht als universelles Heilmittel missverstanden werden“, betonen die Autoren. Stattdessen brauche es eine gezielte Einordnung, welche Technik fĂŒr welches Ziel geeignet sei.

Jeder Zweite sorgt sich um seine mentale Gesundheit

Die Nachfrage nach PrĂ€ventionsangeboten bleibt hoch – aus gutem Grund. Eine Studie des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) aus dem Jahr 2025 zeigt: Rund 60 Prozent der Befragten nehmen das soziale Miteinander als gereizter wahr.

Etwa die HĂ€lfte der Teilnehmer macht sich Sorgen um die eigene mentale Gesundheit. Besonders betroffen: die 36- bis 45-JĂ€hrigen, bei denen der Wert auf 60 Prozent steigt. 92 Prozent der Menschen sind ĂŒberzeugt, dass die körperliche Verfassung die Psyche stark beeinflusst.

Viele nutzen bewusste Pflegeroutinen als tĂ€gliche Ankerpunkte. Sie stabilisieren so ihr inneres Gleichgewicht – ein trend, den Experten als sinnvoll bewerten.

Stress-Alarm in der Arbeitswelt

Der Sanitas-PrĂ€ventionsradar aus der Schweiz zeigt im Mai 2026: Fast ein Drittel der Bevölkerung fĂŒhlt sich hĂ€ufig gestresst. Besonders betroffen sind die 18- bis 44-JĂ€hrigen. Hauptursachen: berufliche Anforderungen, Digitalisierung und stĂ€ndige Erreichbarkeit ĂŒber Smartphones.

Ältere Menschen zwischen 60 und 84 Jahren sind deutlich weniger belastet und mit ihrer Gesundheit zufriedener.

In Frankreich schlagen Experten Alarm. Der Arbeitsmediziner ClĂ©ment Duret schĂ€tzt, dass 12 bis 15 Prozent der Erwerbsbevölkerung von Burnout betroffen sind – mehrere Millionen Menschen. „Ein Burnout tritt nicht plötzlich auf, es ist ein schleichender Prozess“, warnt Duret.

Erste Warnsignale: VerhaltensÀnderungen, Schlafstörungen, zunehmende Reizbarkeit. Besonders gefÀhrdet sind Berufsgruppen mit hoher emotionaler Belastung wie PflegekrÀfte.

Anzeige

Neben mentaler Widerstandskraft ist eine gesunde Abgrenzung zwischen Job und Privatleben der wichtigste Schutz vor chronischer Überlastung im Hamsterrad. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt konkret, wie beruflicher Erfolg und persönliches GlĂŒck kein Widerspruch sein mĂŒssen. 5 Sofortmaßnahmen fĂŒr mehr Ausgeglichenheit gratis sichern

Resilienz lÀsst sich trainieren

Der VDI Wissensforum unterstreicht die Bedeutung von Resilienz – der psychischen Widerstandskraft – speziell fĂŒr Ingenieure. Die gute Nachricht: Resilienz ist erlernbar. Studien, die bis in die 1950er-Jahre zurĂŒckreichen, definieren sie als FĂ€higkeit, die auf Akzeptanz, Optimismus und Lösungsorientierung beruht.

In Deutschland schießen PrĂ€ventionsangebote aus dem Boden. In Bonn startete Mitte Mai ein achtwöchiger MBSR-Kurs (Mindfulness-Based Stress Reduction). In Tauberbischofsheim findet „Stark im Alltag“ statt – ein kostenfreies Angebot fĂŒr pflegende Angehörige mit Workshops zu Entspannungstechniken, Sitz-Yoga und Aromatherapie.

Bildungsurlauber können auf Borkum oder in der Eifel Yoga, Wandern und Meditation kombinieren. Die Preise: zwischen knapp 100 Euro fĂŒr kurze Wochenenden und 800 Euro fĂŒr zertifizierte PrĂ€ventionswochen.

Die Schattenseite der „Me-Time“

Doch Vorsicht vor dem RĂŒckzug ins Private. Die Psychiaterin Tatjana Reichhart und der Psychologe Klaus Nuywen warnen in der FAZ: Sozialer RĂŒckzug kann als dauerhafte Vermeidungsstrategie Symptome von Depressionen oder Angststörungen verstĂ€rken.

Die gesunde Balance zwischen „Me-Time“ und soziale Interaktion sei entscheidend. Wenn Alleinsein dazu diene, negativen GefĂŒhlen auszuweichen, verschĂ€rfe das die Problematik langfristig.

In der Sportpsychologie setzen Spitzensportler auf Techniken der SelbstgesprĂ€chsregulation. Selina Koch erklĂ€rt, wie Athleten unter Druck handlungsfĂ€hig bleiben. Diese Strategien zur Erkennung von Körpersignalen und mentalen Steuerung sind auf den Alltag ĂŒbertragbar.

Achtsamkeit bleibt eine zentrale SĂ€ule der Gesundheitsvorsorge. Doch die Wissenschaft fordert zur reflektierten Anwendung auf. Der Trend geht zu ganzheitlichen AnsĂ€tzen – körperliche Pflege, mentale Techniken und offene GesprĂ€chskultur im Berufsumfeld mĂŒssen zusammenwirken.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69313945 |