Achtsamkeitsmeditation, Heißhunger-Score

Achtsamkeitsmeditation: Heißhunger-Score sinkt in Studie von 84 auf 55,6

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 66 Teilnehmenden sank nach 31 Tagen Meditation der durchschnittliche Antojo-Score von 84 auf 55,6 Punkte.
Ein einzelnes Stück reifes Obst und eine Schale mit Kräutern auf einem rustikalen Holztisch im sanften Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Achtsamkeitsbasierte Atem- und Essübungen rücken in der Ernährungsforschung und Gesundheitspraxis verstärkt in den Mittelpunkt. Fachbeiträge und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auf, wie die gezielte Verlangsamung der Nahrungsaufnahme und bewusstes Atmen dabei helfen können, stressbedingtes Essverhalten zu regulieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Anstelle von Verboten und restriktiven Diäten setzt der Ansatz auf die Steuerung über körpereigene Signale.

Bewusste Wahrnehmung statt Verzicht

Das Konzept des achtsamen Essens legt den Schwerpunkt darauf, wie eine Mahlzeit eingenommen wird, anstatt nur die Nährstoffzusammensetzung zu betrachten. Im Mittelpunkt steht die volle Aufmerksamkeit für den Essakt selbst. Aromen, Temperaturen und Texturen sollen bewusst wahrgenommen werden.

Übungen empfehlen beispielsweise, zumindest den ersten Bissen einer Speise intensiv mit allen Sinnen zu erfassen – vom Geruch über das Mundgefühl bis hin zu den Kaugeräuschen. Dieser Fokus kann dazu beitragen, das sogenannte Ruhestandnetzwerk des Gehirns (Default Mode Network) zu entlasten.

Erfahrungen zeigen, dass das Einüben dieser Verhaltensweisen die sensorische Differenzierung schärft. Zudem benötigt der menschliche Organismus eine gewisse Zeitspanne, um Sättigungssignale verlässlich an das Gehirn zu übermitteln. Gründliches Kauen und das Vermeiden äußerer Ablenkungen erleichtern es, eigene Hunger- und Sättigungsgrenzen rechtzeitig zu erkennen, was die Verdauung entlastet und einer Überernährung vorbeugt.

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Regulierung über das Nervensystem

Neben der Sinnesschulung beim Kauen spielen gezielte Atemübungen eine wesentliche Rolle bei der Dämpfung von Heißhunger. Ein ruhiges Ein- und Ausatmen durch die Nase unterstützt die Ausbalancierung des autonomen Nervensystems, insbesondere das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus. Dies senkt die Atemfrequenz, beruhigt den Körper und mindert den Impuls, emotionale Spannungen durch Nahrungsaufnahme auszugleichen.

Für den Alltag raten Experten bei aufkommendem Verlangen zu kurzen Innehalte-Momenten: Durch das Auflegen einer Hand auf den Bauch und drei bis fünf bewusste Atemzüge lässt sich die tatsächliche Intensität des Hungers überprüfen. Da Hungergefühle oft in Wellen verlaufen und nach einem Höhepunkt wieder abflachen, verschafft diese Pause Raum für eine reflektierte Entscheidung.

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Studienergebnisse zur Verhaltensänderung

Die Wirksamkeit mentaler Techniken auf das Ernährungsverhalten wird auch durch klinische Daten gestützt. Eine im Jahr 2024 unter der Leitung von Anna Torske in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichte Studie untersuchte 66 meditationsunerfahrene Probanden mit einem Hang zu stressbedingtem Essen.

Eine Gruppe absolvierte 31 Tage lang täglich eine 15-minütige Online-Achtsamkeitsmeditation, während eine Kontrollgruppe an einem regulären Gesundheitskurs gleichen Umfangs teilnahm.

In der Meditationsgruppe stiegen die Achtsamkeitswerte messbar an, während emotionales Essen und Heißhungerattacken signifikant zurückgingen. Der Wert auf der Heißhunger-Skala (Antojo-Score) sank in dieser Gruppe von durchschnittlich 84 auf 55,6 Punkte. Zudem zeigten sich Veränderungen in der neuronalen Ruheaktivität.

Begleitende Fachanalysen betonen jedoch, dass Achtsamkeitsübungen idealerweise durch Alltagsgewohnheiten wie sanfte Bewegung oder Spaziergänge nach den Mahlzeiten flankiert werden sollten, um die Blutzuckerkontrolle und das Wohlbefinden nachhaltig zu stabilisieren.

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