ACR Stealer: Massive Welle zielt auf Microsoft-365-Konten
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 12:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ACR Stealer zielt auf Microsoft-365-Konten und stiehlt Zugangsdaten in großem Stil.
Microsoft hat heute eine dringende Sicherheitswarnung herausgegeben: Eine massive Welle der Schadsoftware ACR Stealer breitet sich derzeit rasant aus. Die Angreifer haben es gezielt auf Nutzer von Microsoft 365, OneDrive, SharePoint und dem Edge-Browser abgesehen. Ihr Ziel: Passwörter, Authentifizierungs-Tokens und Browser-Cookies stehlen – und damit in Unternehmensnetzwerke eindringen.
So schlagen die Hacker zu
Die Kampagne richtet sich vor allem gegen Firmenkunden. Die Verbreitung erfolgt klassisch über Phishing-Mails, manipulierte Dokumente und kompromittierte Webseiten. Besonders perfide: Die Täter nutzen sogenannte „ClickFix"-Lockvögel. Dabei werden die Opfer dazu verleitet, PowerShell-Skripte oder legitime Windows-Tools wie rundll32.exe und mshta.exe auszuführen – und öffnen damit selbst die Hintertür.
Einmal im System, plündert der ACR Stealer die Datenbanken gängiger Browser wie Chrome und Firefox. Auch Kommunikationsdienste wie Discord und Telegram sind betroffen. Die gestohlenen Daten werden dann per HTTP(S) oder über Telegram-Bots abtransportiert. Besonders raffinierter Kniff: Die Angreifer nutzen eine Blockchain-basierte Kommandozentrale. Mit der „EtherHiding"-Technik verstecken sie ihre Steuerungsbefehle in Ethereum-Smart-Contracts – extrem schwer zu entdecken.
Sicherheitsforscher beobachteten einen besonders starken Anstieg der Angriffe zwischen Ende April und Mitte Juni 2026. Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Auch andere Sicherheitsfirmen schlagen Alarm. So entdeckte Zscaler am heutigen Montag eine Kampagne, die über geteilte Chats auf der KI-Plattform Claude von Anthropic den MacSync Stealer auf macOS-Systeme schleust.
Schwachstellenflut und Gegenmaßnahmen
Die Warnung fällt in eine Zeit erhöhter Verwundbarkeit. Erst gestern, am 19. Juli 2026, gab das indische CERT-In eine hochriskante Warnung zu gleich mehreren Sicherheitslücken in Microsoft-Produkten heraus – darunter Windows, Office, Azure und SQL Server. Besonders kritisch: CVE-2026-56155, ein Fehler im Active Directory Federation Services (AD FS), der Angreifern die Ausweitung ihrer Zugriffsrechte ermöglicht.
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Microsoft selbst hat reagiert. Der Patch-Day vom 14. Juli 2026 für Windows 11 (Version 26H2) schloss sage und schreibe 570 Sicherheitslücken. Zum Vergleich: Im Juli des Vorjahres waren es gerade einmal 137. Insgesamt hat Microsoft zwischen Januar und Juli 2026 bereits 1.308 Sicherheitsupdates veröffentlicht – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025.
Was Unternehmen jetzt tun sollten:
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Konten erzwingen
- Den Einsatz von PowerShell, rundll32.exe und mshta.exe streng einschränken
- Ungewöhnliche geplante Tasks und WebDAV-Aktivitäten überwachen
- Moderne Endpunkt-Sicherheitslösungen (EDR) nutzen, um Diebstahlversuche frühzeitig zu erkennen
Cybercrime: Ein wachsendes Geschäft
Der Angriffswelle auf Unternehmen gehen weitere spektakuläre Fälle voraus. Erst am 14. Juli 2026 nahm das FBI einen 21-Jährigen aus Florida fest. Er soll über acht gefälschte Spiele auf der Plattform Steam Krypto-Stealer verbreitet haben. Rund 8.000 Geräte wurden infiziert, die Beute: über 220.000 US-Dollar aus Dutzenden Krypto-Wallets – verteilt auf den Zeitraum von Mai 2024 bis Februar 2026.
Während Microsoft mit Rekord-Updates auf die aktuelle Bedrohungslage reagiert, zögern viele Nutzer noch mit dem Wechsel auf das sicherere Windows 11. Dieser kostenlose Expertenreport zeigt Ihnen, wie der Umstieg ohne Risiko und Datenverlust gelingt, damit Ihr System optimal geschützt bleibt. Windows 11 Starterpaket gratis anfordern
Und auch Kaspersky schlägt Alarm: Die Sicherheitsexperten identifizierten eine Kampagne namens GoSerpent, die seit Ende 2025 gezielt Regierungs- und Diplomatenorganisationen in Südostasien angreift. Mit einer koordinierten Werkzeugkette werden Dokumente und Zugangsdaten abgeschöpft. Die Bedrohungslage für Unternehmen und Behörden war selten vielschichtiger.
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