Adipositastherapie, Ernährungstipps

Adipositastherapie: Acht Ernährungstipps ergänzen Medikamente im Alltag

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der NDR empfiehlt feste Mahlzeiten und konkrete Portionsgrößen; strukturierte Lebensstilmaßnahmen könnten Gewichtszunahme nach GLP-1-Therapien mindern.

Adipositastherapie: NDR nennt Ernährungstipps zur Ergänzung von Medikamenten
Frische Lebensmittel wie Nüsse, Gemüse und Haferflocken auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Medikamentöse Behandlungen gegen starkes Übergewicht gewinnen in der Adipositastherapie zunehmend an Bedeutung, erfordern für einen dauerhaften Erfolg jedoch eine begleitende Anpassung der Lebensgewohnheiten.

Der NDR stellte in einem Bericht vom 12. Oktober 2026 acht konkrete Ernährungstipps vor, die eine medikamentöse Therapie optimal ergänzen sollen. Im Zentrum steht dabei der Ansatz, Diäten durch eine langfristige Ernährungsumstellung mit fester Mahlzeitenstruktur zu ersetzen.

Klare Mahlzeitenstruktur und Verzicht auf Zwischenmahlzeiten

Die Empfehlungen des NDR setzen auf zwei bis drei Hauptmahlzeiten am Tag, während auf Snacks gänzlich verzichtet werden soll. Ergänzend wird Intervallfasten sowie der ausschließliche Konsum kalorienfreier Getränke angeraten, darunter Wasser, ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee.

Als möglicher Einstieg in die Umstellung werden Reistage mit drei Reismahlzeiten oder sogenannte Hafertage aufgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der dauerhaften Reduzierung von Zucker über eine schrittweise Ausschleichmethode. Dabei wird die Süße schrittweise gesenkt und Fertigprodukte werden mit Naturprodukten gestreckt. Bei Kuchenrezepten funktioniere zudem bereits die halbe Zuckermenge.

Konkrete Portionsempfehlungen für den Alltag

Für die tägliche und wöchentliche Lebensmittelauswahl nennt der NDR detaillierte Mengenangaben:

  • Brot, Getreide und Beilagen: 2 handtellergroße Portionen pro Tag
  • Obst: 1 bis 2 Portionen pro Tag, bevorzugt zuckerarme Sorten
  • Gemüse: 3 große Handvoll pro Tag
  • Nüsse und Samen: etwa 20 Gramm pro Tag
  • Fette und Öle: etwa 2 Esslöffel pro Tag
  • Getränke: etwa 2 Liter pro Tag
  • Fisch und Meeresfrüchte: 2 Portionen pro Woche
  • Wurst und Fleisch: 1 bis 2 kleine Portionen pro Woche
  • Snacks: nur selten, maximal 1 kleine Handvoll
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Die Richtwerte dienen als allgemeine Orientierung. Der Bericht betont ausdrücklich, dass diese Empfehlungen eine individuelle ernährungsmedizinische Beratung nicht ersetzen.

Relevanz strukturierter Interventionen nach Therapieende

Dass strukturierte Ernährungs- und Lebensstilinterventionen eine wesentliche Rolle spielen, verdeutlicht auch die wissenschaftliche Debatte um die Phase nach einer Arzneimittelgabe. Wie das Deutsche Ärzteblatt am 13. Oktober 2026 berichtete, könnten entsprechende Maßnahmen eine erneute Gewichtszunahme nach dem Absetzen von GLP-1-Rezeptoragonisten abmildern.

Eine im Fachjournal Obesity Science & Practice veröffentlichte kleine US-Studie aus dem Jahr 2026 zeigte positive Trends für eine angepasste Ernährung mit Mahlzeitersatzprodukten in Kombination mit einer App zur Gewichtskontrolle.

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Die Notwendigkeit wirksamer Konzepte wird auch durch epidemiologische Daten unterstrichen. Laut einem Bericht der Kronen Zeitung vom 13. Oktober 2026 ist in Österreich mehr als jeder dritte Erwachsene übergewichtig.

Über 16 Prozent der Bevölkerung – rund 1,5 Millionen Menschen – leben dort mit starkem Übergewicht beziehungsweise Adipositas. Ergänzend hob die Neurochirurgin und Psychiaterin Dr. Iris Zachenhofer in diesem Zusammenhang zehn Ansätze aus der Suchtmedizin hervor, die Gewichtsverlust und das spätere Halten des Gewichts unterstützen können.

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