Agent Connect: Mastercard vernetzt KI-Agenten mit Zahlungssystemen
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 09:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister Mastercard hat die EinfĂŒhrung von Agent Connect bekannt gegeben. Das System dient als einheitlicher Integrationspunkt fĂŒr den KI-gestĂŒtzten Handel und soll HĂ€ndler, KI-Agenten, Plattformen sowie Zahlungsanbieter miteinander vernetzen. Wie das Unternehmen Anfang September 2026 mitteilte, erfolgt der Rollout der neuen Lösung zunĂ€chst im US-Markt.
Vernetzung von KI-Agenten und Zahlungsdiensten
Agent Connect bildet laut Unternehmensangaben eine dreistufige Abfolge im Kaufprozess ab. Diese umfasst die Produktentdeckung, spezifische Empfehlungen fĂŒr den Warenkorb sowie die finalen, autorisierten Transaktionen. Um die Sicherheit dieser VorgĂ€nge zu gewĂ€hrleisten, setzt Mastercard auf Agent Pay. Dieses System sichert Transaktionen ĂŒber tokenisierte und vom Kunden explizit autorisierte Zahlungen ab.
Die neue Lösung stellt eine Erweiterung der Agent Suite for Merchants dar. Diese Suite wurde bereits im Januar 2026 eingefĂŒhrt, um HĂ€ndlern Werkzeuge fĂŒr die automatisierte Interaktion mit Kunden an die Hand zu geben. Mehr als 30 Unternehmen unterstĂŒtzen mittlerweile das Zahlungssystem von Mastercard fĂŒr autonome Software und Maschinen.
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Strategische Partnerschaften und technologische Integrationen
Bei der Umsetzung von Agent Connect arbeitet Mastercard mit einer Reihe namhafter Partner zusammen. Dazu gehören Technologiekonzerne und Zahlungsdienstleister wie Samsung, Trip.com, Bemobi, Fiserv, Global Payments, Nexi und Worldline. Zudem wurde eine Kooperation mit Anthropic vereinbart, um Claude-Modelle in einen speziellen Entwurf fĂŒr Handelsagenten zu integrieren.
Bereits im Juni 2026 hatte Mastercard ein KI-Zahlungsnetzwerk ausgerollt, an dem Unternehmen wie Ripple, Coinbase, Stripe, Adyen, Cloudflare, OKX und die Solana Foundation beteiligt sind. Diese weitreichenden Kooperationen unterstreichen das Ziel des Konzerns, eine Infrastruktur fĂŒr autonome Transaktionen zu etablieren.
Vorbehalte und InvestitionsplÀne im Handel
Trotz der technologischen Fortschritte zeigt sich der Handel bei der Umsetzung autonomer Prozesse teilweise zurĂŒckhaltend. Laut Erhebungen von Mastercard lehnen es 46 % der HĂ€ndler ab, die Preisfindung an KI-Agenten zu ĂŒbertragen.
Zudem stuft fast die HÀlfte der befragten HÀndler Konzepte wie den autonomen Checkout, das Management von Reklamationen oder das sogenannte Multi-Merchant-Bundling als Projekte ein, die erst wesentlich spÀter oder gar nicht umgesetzt werden sollen.
Dennoch gibt es Investitionsbereitschaft in Teilbereichen: Rund 31 % der HÀndler planen innerhalb eines Jahres Investitionen in die automatische Produktsuche, wÀhrend 26 % den Checkout-Prozess automatisieren wollen.
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Standardisierung digitaler Wallets durch Wallet Pay
ZusĂ€tzlich zur KI-Offensive treibt Mastercard die InteroperabilitĂ€t digitaler Geldbörsen mit dem Start von Wallet Pay voran. Das System unterstĂŒtzt Zahlungen via NFC, QR-Code sowie Online-Transaktionen und zielt darauf ab, die Nutzung von Wallets zu skalieren. Mastercard verbindet hierbei ĂŒber 3,7 Milliarden Credentials mit digitalen Wallets und ermöglicht Transfers in mehr als 200 LĂ€ndern sowie in 150 WĂ€hrungen.
Jorn Lambert von Mastercard erklĂ€rte in diesem Zusammenhang, dass Wallets die Tore zur digitalen Wirtschaft darstellten. Aktuell erreichen digitale Wallets weltweit ĂŒber 4,3 Milliarden Nutzer; bis zum Jahr 2030 wird ein Anstieg auf ĂŒber 6 Milliarden progostiziert.
Zu den Partnern von Wallet Pay zĂ€hlen unter anderem Axian, CRED, DaviPlata, Mercado Pago, MTN und TenPay Global sowie Alipay+. Letzteres verbindet ĂŒber 50 E-Wallets und mehr als 10 nationale Zahlungssysteme. Ein Beispiel fĂŒr das schnelle Wachstum in diesem Sektor ist DaviPlata, das innerhalb von 15 Monaten 1,5 Millionen aktive Karten verzeichnen konnte.
