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Agentische Zahlungen: KI-Agenten automatisieren Forderungsmanagement

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Paystand startet zwei KI-Agenten, während Razorpay, Intuit und weitere Anbieter autonome Finanzprozesse für Unternehmen vorantreiben.

KI-Agenten verändern Finanzprozesse von Paystand bis Razorpay
Ein aufgeräumtes Archiv mit ordentlich gestapelten Aktenordnern in einem von natürlichem Licht durchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Der Fintech-Anbieter Paystand hat seine agentische Finanz-Suite allgemein verfügbar gemacht. Der „Reporting Agent“ und der „Spend Agent“ sind ab sofort einsatzbereit, wie das Unternehmen Anfang September mitteilte. Ein dritter Baustein für das Forderungsmanagement, der „Collections Agent“, befindet sich noch in der privaten Beta-Phase und soll später im laufenden Quartal erscheinen.

Die Suite ersetzt manuelle Buchhaltungsprozesse durch autonome Software-Agenten. Integrationen für gängige ERP-Systeme wie NetSuite, Sage Intacct, Microsoft Dynamics und Acumatica ermöglichen die Einbindung in bestehende Unternehmensstrukturen.

KI-Agenten erobern das Forderungsmanagement

Auch andere Anbieter drängen in den Markt: ezyCollect, eine Tochter von Sidetrade, hat mit „Aimie“ einen autonomen Inkasso-Agenten speziell für kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt. Der Launch erfolgt rund ein Jahr nach der Übernahme von ezycollect durch Sidetrade für 66,5 Millionen australische Dollar.

Aimie basiert auf Daten aus B2B-Transaktionen im Wert von 164 Milliarden australischen Dollar und Informationen zu 1,1 Millionen Käufern. Der Hintergrund: In Australien werden Rechnungen im Schnitt erst nach 46 Tagen bezahlt – das Zahlungsziel liegt eigentlich bei 27 Tagen.

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Genpact bringt derweil eine „Record-to-Report“-Suite für komplexe Konzernbuchhaltung auf den Markt. Sie automatisiert Journalbuchungen und Intercompany-Prozesse. Der Automobilzulieferer Tenneco ist bereits Pilotkunde. Genpact verspricht eine Reduzierung des Spitzenaufwands beim Periodenabschluss um bis zu 40 Prozent und eine Erst-Abstimmungsquote von über 95 Prozent.

Eigenentwicklungen und Partnerschaften bei Zahlungsdienstleistern

In Indien setzt Razorpay auf eigene KI-Modelle: Der Zahlungsdienstleister hat mit „Vulcan“ ein transformerbasiertes Basismodell vorgestellt, das auf rund 3 Billionen Datenpunkten aus 4 Milliarden Transaktionen trainiert wurde. Zusammen mit NVIDIA und AWS soll Vulcan die Erfolgsrate von Zahlungen um 8 bis 10 Prozent steigern.

Ergänzend dazu bringt Razorpay mit „RAY“ einen KI-Kontomanager auf WhatsApp-Basis an den Start. Bajaj Finance nutzt ihn bereits, über 20.000 Kundengespräche hat der Assistent verarbeitet.

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Intuit setzt dagegen auf Kooperation: Eine Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Perplexity erlaubt US-Unternehmen, QuickBooks- und Mailchimp-Tools direkt in Perplexity zu integrieren. Über das Model Context Protocol (MCP) lassen sich so Cashflows verwalten oder Gehaltsabrechnungen abrufen – ohne Plattformwechsel.

Agentische Zahlungen: Hype oder Wendepunkt?

Marktforscher von Forrester bezeichnen diese neue Klasse als „agentische Zahlungen“: programmierbare, richtliniengeführte Abläufe, bei denen KI-Agenten Transaktionen eigenständig initiieren und abgleichen. Drei technologische Schichten greifen dabei ineinander: Discovery, Commerce und Payment.

Dass der Wandel messbar ist, zeigt das Start-up Stuut, an dem Microsofts Investmentsparte M12 beteiligt ist. Der Kunde Bishop Lifting senkte durch die Automatisierung des „Order-to-Cash“-Zyklus seine Kosten innerhalb von 90 Tagen um 60 Prozent – auch der Bestand überfälliger Forderungen ging deutlich zurück.

Doch die Breitenwirkung bleibt abzuwarten. Eine Gartner-Umfrage unter 183 CFOs im Juni 2025 ergab: 84 Prozent hatten KI-Einsatz geplant oder umgesetzt, aber nur 7 Prozent berichteten von hoher Wirkung. Die Investitionen fließen dennoch: Im März 2026 gaben 45 Prozent der Unternehmen an, mit KI primär die Produktivität steigern zu wollen.

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