AI Poisoning: Großbritannien entdeckt neue Betrugsmasche bei ChatGPT
14.06.2026 - 05:26:25 | boerse-global.de
Sie kombinieren gefälschte Medienberichte mit manipulierten KI-Suchergebnissen – mit verheerenden Folgen für die Opfer.
Aktuelle Fälle aus der Schweiz und Großbritannien sowie ein wegweisendes Urteil aus München zeigen: Die Gefahr durch manipulierte digitale Informationen wächst rasant.
Gefälschte „Blick“-Artikel ködern Anleger
Anzeige: Die neue Betrugsmasche AI Poisoning nutzt ChatGPT, um gefälschte Shops in den Vordergrund zu rücken. Wer hier per Vorkasse zahlt, wartet vergeblich auf die Ware. In diesem kostenlosen Guide erfahren Sie, wie Sie solche Fallen erkennen und sich schützen. Jetzt Schutz-Guide anfordern
Ein Fall aus dem Kanton Zürich macht die Runde. Ein 36-Jähriger stieß auf einen gefälschten Artikel der Schweizer Publikation „Blick“. Der Beitrag bewarb unter missbräuchlicher Verwendung des Namens von Unternehmer Ueli Kestenholz die Investmentplattform „VestoFX“.
Der Mann gab seine Kontaktdaten und Kreditkarteninformationen ein. Wenig später wurden ohne sein Einverständnis 500 Franken abgebucht. Die Kantonspolizei Zürich warnt auf ihrem Portal „cybercrimepolice.ch“ vor der Plattform.
Doch damit nicht genug: Laut Berichten Betroffener versuchen die Hintermänner durch tägliche Anrufe, weiteren Druck auszuüben. Oder sie verkaufen die Daten an andere betrügerische Netzwerke. Banken wie die UBS weisen darauf hin, dass Sicherheitsverfahren wie „3-D Secure“ oft beim Händler liegen – was den Schutz in solchen Fällen erschwert.
„AI Poisoning“: So manipulieren Betrüger ChatGPT
Parallel dazu geraten KI-Modelle ins Visier der Kriminellen. In Großbritannien entdeckten Ermittler die Methode „AI Poisoning“. Dabei manipulieren Täter die Suchergebnisse von ChatGPT.
Sie rücken gefälschte Online-Shops in den Vordergrund, die bekannte Marken wie Russell & Bromley oder Dunelm imitieren. Käufer, die über die KI-Suche auf diese Seiten gelangen, zahlen per Vorkasse – und warten vergeblich auf ihre Ware.
OpenAI hat bereits reagiert und die betrügerischen Websites aus dem Suchindex entfernt. Verbraucherschützer beobachten die Entwicklung genau. Ihre Sorge: Die Masche könnte bald auch im deutschsprachigen Raum auftauchen.
Münchner Urteil: Google haftet für KI-Fehler
Mitte Juni hat das Landgericht München die rechtliche Verantwortung für KI-Inhalte präzisiert. Die Richter stellten fest: Betreiber wie Google können für fehlerhafte KI-Zusammenfassungen haften.
Im konkreten Fall hatte eine KI einen Verlag fälschlicherweise mit Betrugsmaschen in Verbindung gebracht. Dabei waren die zugrunde liegenden Quellen korrekt. Das Gericht begründete: Die KI verknüpfe Quellen neu, dabei könnten Fehler entstehen, die Persönlichkeitsrechte oder geschäftliche Interessen verletzen.
Google prüft das Urteil derzeit. Der Fall zeigt: Selbst mit seriösen Datenquellen können KI-Modelle irreführende Informationen generieren – und genau das nutzen Betrüger aus.
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So schützen Sie sich
Experten raten zu erhöhter Vorsicht bei KI-Suchfunktionen und Werbelinks in sozialen Netzwerken. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:
- Nutzen Sie feste Lesezeichen für Finanz- und Krypto-Dienste
- Prüfen Sie Impressumsangaben auf Verkaufsplattformen kritisch
- Bei Paketverlusten auf Plattformen wie Vinted: Nutzen Sie die offiziellen Erstattungswege
