Akupressur bei Übelkeit: P6-Druckpunkt am Handgelenk 30 bis 60 Sekunden reizen
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deZur Regulierung der Magen-Darm-Funktion bei Erwachsenen sowie zur Behandlung von Erbrechen bei Säuglingen beschreiben Ratgeber vermehrt den Einsatz von Akupressur- und Massagetechniken. Die nicht-invasiven Methoden zielen darauf ab, über spezifische Reizpunkte und mechanische Impulse Beschwerden wie Übelkeit, Krämpfe oder Blähungen zu lindern.
Gezielte Druckpunkte am Körper
Für die Stimulation des Verdauungstrakts stehen mehrere etablierte Punkte im Fokus. Der Punkt Magen-Mitte, der rund eine Handbreit über dem Bauchnabel verortet wird, soll dabei sechs Sekunden lang gedrückt und der Vorgang zehnmal wiederholt werden. Für den Punkt Tian Shu, zwei Daumenbreit seitlich des Nabels gelegen, wird eine zweiminütige Massage beschrieben.
Unterhalb des Knies liegt der Punkt Zusanli (ST36), der sich vier Fingerbreit unter der Außenkniescheibe befindet. Auch hier wird ein Druck von sechs Sekunden mit zehn Wiederholungen empfohlen, insbesondere bei chronischer Dyspepsie oder chronischer Übelkeit.
Bei akuter Übelkeit gilt der Punkt P6 (Neiguan) als zentral. Er befindet sich drei Fingerbreit unter der Handgelenkfalte zwischen den Sehnen am inneren Unterarm und wird für 30 bis 60 Sekunden – bei Bedarf bis zu zwei Minuten – gedrückt oder gekreist.
Dieser Reizpunkt wird auch zur Linderung von Schwangerschaftsübelkeit herangezogen. Ergänzend kann der Punkt LI4 (Hegu) zwischen Daumen und Zeigefinger für eine Minute sanft gekreist oder bei ruhiger Atmung drei bis fünf Sekunden gehalten werden; während einer Schwangerschaft ist dieser Punkt jedoch zu meiden.
Bei Kopfschmerzen, die von Übelkeit begleitet werden, wird zudem empfohlen, die Vertiefung am inneren Unterarm über drei Runden jeweils eine Minute zu drücken und zehn Sekunden zu lösen sowie die Schläfenvertiefung am äußeren Brauenrand sanft mit der Fingerbeere zu massieren.
Massagetechniken und begleitende Maßnahmen
Neben punktuellem Druck wird die flächige Bauchmassage im Uhrzeigersinn genannt, die etwa 30 Minuten nach einer Mahlzeit für drei bis fünf Minuten erfolgen sollte. Bei Völlegefühl und Oberbauchblähungen kann der Bereich um den Punkt Zhongwan frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen sanft kreisend ausgestrichen werden.
Die vorgestellten Techniken zeigen, wie wirksam gezielte Reize auf das Nervensystem wirken können. Eine uralte Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin erlebt gerade ein erstaunliches Comeback – jetzt kostenlos nachlesen: Was hat der 3-Finger-Trick mit Akupressur zu tun?
Ergänzend zu manuellen Impulsen beschreiben Berichte einfache diätetische Maßnahmen: Bei akuten Magenschmerzen können 40 Grad Celsius warmes Wasser, Hirsebrei oder Soda-Cracker Entlastung bieten. Eine Wärmflasche mit maximal 50 Grad Celsius kann für 15 bis 20 Minuten auf den Oberbauch gelegt werden.
Gegen Kältegefühle im Magen wird ein Aufguss aus drei bis fünf Ingwerscheiben mit braunem Zucker empfohlen; ein weiteres Rezept gegen Verdauungsbeschwerden sieht das 20-minütige Köcheln von 20 Gramm Ingwer und 10 Gramm Datteln (etwa drei Stück) in 500 Millilitern Wasser vor, das bei 45 bis 50 Grad Celsius getrunken wird.
Bei saurem Reflux, der oft eine Stunde nach dem Essen mit Brennen hinter dem Brustbein einhergeht und auf eine Funktionsstörung des unteren Ösophagussphinkters zurückgeht, wird zu einem 30-minütigen Spaziergang nach den Mahlzeiten, einer Hochlagerung des Kissens beim Schlafen und einer zweistündigen Nahrungspause vor dem Zubettgehen geraten.
Wer die Selbsthilfe durch Akupressur im Alltag vertiefen möchte, findet in diesem bebilderten PDF-Guide eine umfassende Anleitung für zahlreiche Beschwerdebilder. Die Schmerzexpertin zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Druckpunkte selbst aktiv nutzen können – ohne Hilfsmittel. 101 Druckpunkte: Den kostenlosen Guide hier anfordern
Besonderheiten bei Säuglingen und Warnsignale
Für Säuglinge unterscheiden Ratgeber beim Erbrechen drei Formen: Kälte-, Hitze- und Nahrungsmittel-Erbrechen, für die jeweils eigene Massagetechniken angewendet werden. Bei Kindern unter einem Jahr sollten zudem keine Medikamente gegen Schluckauf verabreicht werden; bei Bauchschmerzen wird stattdessen ein sanftes Reiben im Uhrzeigersinn empfohlen.
Gleichzeitig heben Fachhinweise klare Grenzen der Selbstbehandlung hervor. Eine sofortige ärztliche Abklärung ist erforderlich, wenn Kinder zusätzlich unter Fieber oder Apathie leiden, schwallartig erbrechen, über sechs Stunden keine Besserung eintritt oder keine Flüssigkeit aufgenommen werden kann.
Bei Erwachsenen erfordern Begleitsymptome wie Fieber über 38,5 Grad Celsius, blutiges oder kaffeesatzartiges Erbrechen, schwarzer Stuhl, Gewichtsverlust oder Bewusstseinsstörungen umgehende medizinische Hilfe. Bei chronischen Magenschmerzen wird zudem eine Magenspiegelung zur Abklärung einer Helicobacter-pylori-Infektion empfohlen.
Anlässlich des Magen-Darm-Tags am 7. November 2026 betont auch die Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, dass Apotheken bei Magenbeschwerden über nicht-medikamentöse Optionen informieren und bei entsprechenden Warnzeichen an medizinisches Fachpersonal verweisen.
