Experten, Antibiotikaresistenzen

Experten alarmiert wegen Antibiotikaresistenzen

17.10.2024 - 10:00:36 | dpa.de

Alleine in der EU sterben jÀhrlich Zehntausende Menschen an Infektionen durch antibiotikaresistente Erreger. Und der Nachschub an Antibiotika stockt. Experten schlagen nun Alarm.

Indikatorkulturplatte zum Nachweis von resistenten Bakterien: Antibiotikaresistente Keime verursachen allein in der EU jÀhrlich Zehntausende TodesfÀlle. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa
Indikatorkulturplatte zum Nachweis von resistenten Bakterien: Antibiotikaresistente Keime verursachen allein in der EU jÀhrlich Zehntausende TodesfÀlle. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Ausbreitung von Resistenzen gegen Arzneimittel sorgt bei Experten fĂŒr Alarmstimmung. «Wir sind gerade dabei, die Errungenschaften der modernen Medizin wieder zu verlieren und in die Zeit vor der Entdeckung von Penicillin zurĂŒckzufallen», sagte der PrĂ€sident der Paul-Ehrlich-Gesellschaft fĂŒr Infektionstherapie (PEG), Mathias Pletz, in Weimar. Die Wirksamkeit von Antibiotika sei zunehmend gefĂ€hrdet. Es brauche einen zurĂŒckhaltenden Einsatz von Antibiotika und fortlaufend neue, resistenzbrechende Mittel. 

Alleine in der EuropĂ€ischen Union sterben nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC jĂ€hrlich 35.000 Menschen an Infektionen durch antibiotikaresistente Erreger. Wenn Antibiotika eingesetzt werden, töten sie laut Robert Koch-Institut nicht alle Bakterien - die resistenten ĂŒberleben und vermehren sich weiter. Die Entstehung von Resistenzen könne nicht verhindert, sondern nur verlangsamt werden, hieß es. 

Nach Angaben der PEG wurden seit 2017 nur zwölf neue Antibiotika zugelassen. Zehn davon gehörten zu Klassen, gegen die sich bereits Resistenzmechanismen gebildet hÀtten. Das Problem sei, dass Pharmaunternehmen mehr und mehr die Produktion von Antibiotika aufgÀben, weil sie sich nicht rechne. Es brauche daher dringend wirtschaftliche Anreize von der Bundesregierung.

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