Alzheimer-Demenz, Menschen

Alzheimer-Demenz: 100 Menschen testen ein Jahr lang regelmäßiges Singen

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein internationales Forschungsteam prüft, ob regelmäßiges Singen Lernen und weitere kognitive Fähigkeiten bei Alzheimer beeinflussen kann.

Universität Wien untersucht Gesangstraining bei Alzheimer-Demenz
Ein minimalistischer Musikraum mit einem Klavier und einem leeren Stuhl in hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Ob Musik und regelmäßige Gesangsübungen das Fortschreiten kognitiver Einschränkungen verlangsamen können, ist Gegenstand eines internationalen Forschungsvorhabens. Am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien leitet die Psychologin Anja-Xiaoxing Cui das Forschungsprojekt mit dem Titel „Musik für das Gedächtnis“.

Die auf den Zeitraum von 2025 bis 2029 angelegte Untersuchung geht der Frage nach, ob strukturiertes Singen messbare positive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Menschen mit Alzheimer-Demenz entfalten kann. Das Vorhaben wird vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert, wie unter anderem die Frankfurter Rundschau in einem Bericht vom 2. Oktober 2026 darlegte.

Gesangstraining über zwölf Monate in drei Ländern

Im Zentrum des Projekts steht ein einjähriges Programm, an dem insgesamt 100 Personen im Alter von über 65 Jahren teilnehmen sollen. Die Probanden weisen eine diagnostizierte Alzheimer-Demenz auf, verfügen jedoch über keinerlei musikalische Vorkenntnisse. Das Studiendesign ist international angelegt und bezieht Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wien, Norwegen sowie Argentinien ein.

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Der Ablauf sieht für die Beteiligten regelmäßigen Gesangsunterricht über die Dauer eines vollen Jahres vor. Um die Auswirkung der Trainingsintensität genauer zu bestimmen, wird die Gruppe aufgeteilt: Ein Teil der Probanden erhält einmal monatlich Unterricht, während der andere Teil zwei Übungseinheiten pro Woche absolviert. Ergänzt wird dieses Programm durch zusätzliche Einzelcoachings, die von einer Musiktherapeutin durchgeführt werden.

Bildgebende Verfahren und kognitive Mechanismen

Um Veränderungen im Gehirn präzise zu erfassen, kombiniert das Forschungsteam neurophysiologische und bildgebende Messmethoden. Die Probanden werden mittels Elektroenzephalografie (EEG) und Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht. Zum Vergleich zieht das Team eine Kontrollgruppe heran, die sich aus gesunden Gleichaltrigen zusammensetzt.

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Ein wesentliches wissenschaftliches Ziel der Erhebung besteht darin herauszufinden, ob Menschen mit Alzheimer-Demenz trotz ihrer kognitiven Einschränkungen in der Lage sind, neue musikalische Inhalte zu erlernen. Darüber hinaus wollen die Forscher analysieren, ob ein funktionierendes musikalisches Gedächtnis Rückkopplungen auf andere kognitive Funktionen ermöglicht und diese womöglich positiv beeinflussen kann.

Cui hob in diesem Zusammenhang hervor, dass der Fokus des Trainings gezielt auf dem Einstudieren neuer Lieder liege und nicht allein auf dem Wiederholen bereits bekannter Melodien. Für die Durchführung der Wiener Kohorte werden derzeit noch Probanden aus dem Raum Wien gesucht, um die Datenerhebung im vorgesehenen Rahmen zu komplettieren.

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von Frankfurter Rundschau.

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