Alzheimer-Früherkennung: Liquor-Biomarker zeigen Amyloid-Beta sieben Jahre früher
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnlässlich des internationalen Forums „120 Jahre Entdeckung der Alzheimer-Krankheit“, das am 24. Oktober 2026 im Changping-Labor in Peking stattfand, haben sich über 30 Wissenschaftler aus China, den USA, Australien, Frankreich und Japan über den aktuellen Stand der Demenzforschung ausgetauscht.
Im Zentrum der Fachgespräche standen globale Patientenzahlen, Fortschritte bei der Früherkennung über Biomarker sowie neuartige medikamentöse Ansätze gegen neurodegenerative Prozesse.
Hohe Krankheitslast und Fortschritte bei Biomarkern
Nach Angaben des Changping-Labors sind weltweit rund 30 Millionen Menschen von der Alzheimer-Krankheit betroffen, wobei etwa ein Drittel der Patienten in China lebt. Der Akademiker Xie Xiaoliang vom Changping-Labor verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass für die neurodegenerative Erkrankung nach wie vor keine wirksame Therapie zur Verfügung stehe.
Umso stärker konzentriert sich die internationale Wissenschaftsgemeinschaft auf Methoden zur frühzeitigen Erkennung. Colin Masters vom Australian Alzheimer's Research Institute erläuterte, dass Biomarker für Amyloid-Beta (A?) im Liquor etwa sieben Jahre früher nachweisbar seien als im Blutplasma.
Parallel dazu zielen Bestrebungen in der Diagnostik auf eine breitere Anwendbarkeit ab: Liu Lei arbeitet gemeinsam mit dem National Institutes for Food and Drug Control an einer Standardisierung von Blut-Biomarkern, die künftig sowohl nationale als auch internationale Standards für die Alzheimer-Früherkennung definieren soll.
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Molekulare Wirkmechanismen und neue Hemmstoffe
Neben der Frühdiagnostik diskutierten die Forscher aktuelle klinische und präklinische Daten zu therapeutischen Wirkstoffen. Dennis Selkoe von der Harvard University berichtete, dass Anti-A?-Antikörper den vorliegenden klinischen Daten zufolge nicht nur das Amyloid-Beta-, sondern auch das Tau-Protein im Gehirn absenken.
Einen alternativen biochemischen Ansatz stellte Yuan Junying vor. Untersucht wird ein Hemmstoff gegen Neuroinflammation, der an einer sogenannten Upstream-Kinase ansetzt. Dieser Wirkstoff weise eine um drei Größenordnungen höhere Potenz auf als der bislang wirksamste bekannte Inhibitor. Eine Phase-I-Studie zu dieser Substanz sei bereits abgeschlossen worden.
Strategische Initiativen und Förderung von Grundlagenforschung
Flankiert werden die wissenschaftlichen Projekte durch gezielte Förderprogramme und staatliche Initiativen. Zhang Xueming von der National Natural Science Foundation of China (NSFC) betonte die Notwendigkeit, auch risikoreiche und wissenschaftlich kontroverse Grundlagenforschung im Bereich der Neurowissenschaften finanziell zu unterstützen.
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Auf gesundheitspolitischer Ebene ist die Bekämpfung neurodegenerativer Leiden in übergeordnete Programme eingebunden. In China regelt der Nationale Aktionsplan gegen Altersdemenz für den Zeitraum von 2024 bis 2030 die Maßnahmen zur Prävention und Versorgung. Zudem wurde die Erforschung der Alzheimer-Krankheit explizit in die wissenschaftlichen Schwerpunktaufgaben des Landes für die Jahre 2025 bis 2035 aufgenommen.
