Alzheimer-Früherkennung: Speicheltest an 50.000 Probanden erprobt
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 11:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die frühzeitige Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen gewinnt in der medizinischen Forschung zunehmend an Bedeutung. Das in Huningue ansässige Biotech-Unternehmen Firalis hat vor diesem Hintergrund eine weitreichende Forschungsinitiative gestartet. Mit der Studie ALZEVIT sollen neue Wege in der Alzheimer-Diagnostik erprobt werden, wobei insbesondere die Praktikabilität großflächiger Screenings im Fokus steht.
Forschungsinitiative zur Früherkennung in Frankreich
Der Kern der im September 2026 in Paris initiierten Studie liegt in der Anwendung des Speicheltests „Alzevit“. Dieses Verfahren ermöglicht die Untersuchung auf Alzheimer-Marker durch einen einfachen Speichelabstrich. Das Ziel der Verantwortlichen ist es, insgesamt 50.000 Probanden im Rahmen der Untersuchung zu erfassen. Die Rekrutierung konzentriert sich dabei auf Freiwillige in Frankreich, die ein Mindestalter von 45 Jahren erreicht haben.
Die Methodik des Speicheltests bietet gegenüber herkömmlichen Diagnoseverfahren, die oft invasive Eingriffe oder aufwendige bildgebende Verfahren erfordern, einen niederschwelligen Zugang. Durch den großflächigen Einsatz bei der geplanten Anzahl an Teilnehmern soll die Validität des Tests als Instrument zur Risikobewertung überprüft werden.
Wirtschaftliche Eckdaten und Studienumfang
Die Durchführung einer Studie dieser Größenordnung erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Nach Angaben des Unternehmens belaufen sich die Kosten für ALZEVIT auf insgesamt 60 Mio. Euro. Diese Investition unterstreicht die Bestrebungen von Firalis, sich im Bereich der Diagnostik fest zu positionieren.
Das Unternehmen mit Sitz in Huningue im Departement Haut-Rhin beschäftigt derzeit 70 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2025 konnte Firalis einen Umsatz von 12 Mio. Euro erwirtschaften. Die Realisierung der aktuellen Forschungsreihe stellt somit ein bedeutendes Projekt im Verhältnis zur Unternehmensgröße dar und verdeutlicht die strategische Schwerpunktsetzung auf die Alzheimer-Forschung.
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Genetische Marker und gesellschaftliche Relevanz
Ein wesentlicher technischer Aspekt der Forschungsarbeit bei Firalis betrifft die Identifizierung genetischer Risikofaktoren. Neben dem Alzevit-Verfahren kommt dabei der Test APO-Easy zum Einsatz. Dieser ist darauf ausgelegt, die genetische Variante APOE ?4/?4 zu identifizieren.
Nach vorliegenden Daten betrifft diese spezifische genetische Konstellation etwa 2 % der Gesamtbevölkerung und gilt als Indikator für ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken.
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Die Relevanz solcher Früherkennungsprogramme wird durch die globalen und nationalen Fallzahlen untermauert. Weltweit wird die Zahl der von Alzheimer betroffenen Menschen auf 47 Mio. geschätzt. Allein in Frankreich beläuft sich die Zahl der Erkrankten auf 1,2 Mio. Personen.
Angesichts dieser demografischen Entwicklung suchen Akteure in der Gesundheitsbranche nach effizienten Methoden, um Risikogruppen frühzeitig zu identifizieren und mögliche präventive oder therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Die Ergebnisse der ALZEVIT-Studie könnten hierbei eine wichtige Grundlage für künftige Screening-Strategien bilden.
