Alzheimer, KI-Bluttest

Alzheimer: KI-Bluttest erkennt Erkrankung bis zu 7 Jahre früher

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 08:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Alzheimer-Studien zeigen Fortschritte bei Cannabinoiden, KI-Früherkennung und Diabetes-Medikamenten. Forscher warnen jedoch vor Risiken.

Alzheimer-Forschung 2026: Cannabis, KI-Bluttest und neue Therapien
Nahaufnahme einer Pipette in einem medizinischen Labor, die Flüssigkeit in ein Reagenzglas füllt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Alzheimer-Forschung macht 2026 gleich mehrere Sprünge nach vorn. Auf der AAIC-Konferenz in London präsentierten Forscher im Juli vielversprechende, aber auch riskante Studienergebnisse.

Cannabinoide gegen Agitation: Wirksam, aber mit Risiken

Die sogenannte LiBBY-Studie untersuchte ein spezielles THC-CBD-Öl bei 120 Patienten mit fortgeschrittener Demenz. Das Ergebnis: Nach zwölf Wochen berichteten 87,2 Prozent der Behandelten über eine Besserung ihrer Agitation. In der Placebo-Gruppe waren es nur 23,6 Prozent.

Bereits nach zwei Wochen zeigte sich ein signifikanter Effekt. Doch die Forscher warnen: In der Cannabis-Gruppe traten vermehrt schwerwiegende Nebenwirkungen auf, die Sterblichkeit war höher. Zudem handelt es sich um eine medizinische Rezeptur – nicht vergleichbar mit frei verkäuflichen Produkten.

Neuer Zelltod-Mechanismus entdeckt

Forscher des King's College London beschreiben in Nature Communications einen bisher unbekannten Prozess: die sogenannte Karyoptose. Dabei markiert das Enzym p38 MAP-Kinase ein Protein, das den Zellkern kollabieren lässt.

Bei Alzheimer-Patienten sind rund 35 Prozent der Gehirnzellen betroffen, in Kontrollgruppen nur 15 Prozent. Im Labor ließ sich dieser Prozess blockieren. Parallel dazu zeigte eine Studie im Frühjahr 2026: Die zelluläre Abfallentsorgung – Autophagie – ist bei Alzheimer gestört. Der Wirkstoff Blarcamesine soll diesen Reinigungsprozess reaktivieren.

KI-Bluttest erkennt Alzheimer bis zu sieben Jahre früher

Ein an der Ruhr-Universität Bochum entwickelter KI-Bluttest identifiziert Fehlfaltungen des Amyloid-Beta-Proteins. Bei 779 Probanden erreichte die Methode eine Genauigkeit von 92 Prozent. Und das bis zu sieben Jahre vor dem Auftreten erster Symptome.

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Auch Diabetes-Medikamente rücken in den Fokus. Die PROTECT-Cog-Studie untersucht GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Hemmer. Erste Daten deuten auf eine Verlangsamung der kognitiven Abnahme um 18 Prozent hin. SGLT2-Hemmer könnten das Alzheimer-Risiko sogar um 43 Prozent senken.

Tanzen hilft – anders als gedacht

Eine Studie der Universität Kyoto untersuchte Tanzkurse für Senioren mit subjektiven Gedächtnisproblemen. Die kognitive Leistung verbesserte sich nicht signifikant. Dafür stieg das Hormon Oxytocin, und die Gehirnvernetzung verbesserte sich.

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Neue Versorgungsstrukturen entstehen

In Essen-Steele eröffnete im Juli eine neue gerontopsychiatrische Tagesklinik. Sie spezialisiert sich auf ältere Menschen mit Depressionen und Demenz. In Österreich wurde die Gemeinde Bleiburg als „Demenz.Aktivgemeinde“ zertifiziert. Für den Herbst ist in Wolkersdorf das Café Zeitreise geplant – eine Begegnungsstätte für Betroffene.

Der Hintergrund: Bis 2050 könnten in Österreich über 290.000 Menschen an Demenz leiden.

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