Alzheimer, PD-L1-Blockade

Alzheimer: PD-L1-Blockade stellt Mikroglia-Funktion wieder her

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie der SKKU zeigt im Alzheimer-Mausmodell bessere Mikroglia-Funktionen, weniger neuronale Überaktivität sowie Fortschritte bei Gedächtnis und Kognition.

Alzheimer-Forschung: PD-L1-Blockade stabilisiert Immunreaktion im Gehirn
Mikroskopische Aufnahme von Nervenzellen und Gliazellen im menschlichen Gehirngewebe Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung hat die Identifizierung spezifischer Immunmechanismen im Gehirn neue Perspektiven für die Behandlung der Alzheimer-Erkrankung eröffnet.

Wissenschaftler untersuchten dabei einen Mechanismus, bei dem ein bestimmtes Immunprotein die neuronale Aktivität beeinflusst. Im Fokus stehen dabei die Proteine PD-1 und PD-L1, deren Wechselspiel in Alzheimer-Modellen eine zentrale Rolle für den Krankheitsverlauf zu spielen scheint.

Wiederherstellung der Mikroglia-Funktion durch PD-L1-Blockade

Im September 2026 veröffentlichte Ergebnisse einer Forschungsgruppe der Sungkyunkwan University (SKKU) unter der Leitung von Professorin Minah Suh verdeutlichen die Bedeutung des Immunmilieus im Gehirn.

In Zusammenarbeit mit der Biotech-Firma IMNEWRUN und Professor Ho-Keun Kwon von der Yonsei University College of Medicine konnte nachgewiesen werden, dass eine Blockade des Proteins PD-L1 im Gehirn von Alzheimer-Mausmodellen die beeinträchtigte Schadensreaktion der Mikroglia wiederherstellen kann.

Mikroglia fungieren als wichtige Abwehrzellen des zentralen Nervensystems. Die Forschung an der Sungkyunkwan University zeigte auf, dass bei den untersuchten Alzheimer-Modellmäusen die Expression von PD-1 in den Mikroglia sowie die PD-L1-Expression in den Astrozyten erhöht war.

Anzeige

Wer sich mit den neuesten Erkenntnissen zur Gehirngesundheit befasst, möchte oft auch selbst aktiv werden, um die eigene geistige Fitness langfristig zu erhalten. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen praktische Übungen und Tipps, mit denen Sie Demenz gezielt vorbeugen können. 11 Alltagsübungen für ein fittes Gehirn jetzt kostenlos herunterladen

Durch die gezielte Modulation dieser Proteine gelang es den Wissenschaftlern, das gestörte Immunmilieu im Tiermodell zu stabilisieren. Dies führte in der Folge zu einer Reduktion der abnormen neuronalen Hyperaktivität, die charakteristisch für den kognitiven Verfall bei Alzheimer ist.

Einfluss auf Kognition und neuronale Aktivität

Die in der Fachzeitschrift Science Advances im September 2026 publizierte Studie mit dem Titel „Targeting glial PD-1/PD-L1 restores microglial homeostasis and reduces neuronal hyperactivity in an Alzheimer's disease model“ beschreibt zudem signifikante Verbesserungen der Gehirnleistung.

Demnach führte die Modulation des Immunproteins nicht nur zu einer Senkung der neuronalen Überaktivität, sondern verbesserte auch messbar die Kognition und das Gedächtnis innerhalb der Tiermodelle.

Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung war der Vergleich der Verabreichungswege. Die Forscher der Sungkyunkwan University stellten fest, dass die positiven Effekte bei einer direkten Modulation im Gehirn deutlich stärker ausgeprägt waren als bei einer systemischen Gabe von Antikörpern.

Anzeige

Während die Forschung nach neuen Wegen sucht, die neuronale Degeneration aufzuhalten, ist Früherkennung ein wesentlicher Faktor für Betroffene und Angehörige. Mit diesem einfachen, anonymen Selbsttest erhalten Sie in nur zwei Minuten eine erste Einschätzung zu möglichen Warnsignalen. Hier geht es zum kostenlosen 7-Fragen-Demenz-Selbsttest

Diese Erkenntnis ist für die zukünftige Entwicklung therapeutischer Strategien von Bedeutung, da sie die lokale Behandlung im Gehirn als potenziell wirksameren Ansatz hervorhebt.

Wissenschaftliche Einordnung und Förderung

Die Arbeit, für die der Student Taeyoung Park von der SKKU als Erstautor verantwortlich zeichnet, verfolgt das Ziel, PD-1 und PD-L1 als potenzielle therapeutische Targets für die Alzheimer-Therapie zu etablieren. Die Forschung wurde durch verschiedene Institutionen unterstützt, darunter das staatliche Korea Dementia Research Project, das Institute for Basic Science (IBS) sowie die Biotech-Firma IMNEWRUN.

Durch die Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und biotechnologischer Expertise konnten die komplexen Interaktionen zwischen Gliazellen und Neuronen unter Einfluss der Immun-Checkpoint-Proteine detailliert aufgeschlüsselt werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Wiederherstellung der Mikroglia-Homöostase ein entscheidender Faktor sein könnte, um die neuronale Degeneration bei Alzheimer-Patienten zu verlangsamen oder aufzuhalten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70147379 |