Alzheimer-Screening, Gesichtsmerkmale

Alzheimer-Screening: KI analysiert 468 Gesichtsmerkmale in drei Minuten

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 02:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue KI-Apps und Bluttests sollen Demenz früher erkennen. Zudem starten Projekte zur Unterstützung pflegender Angehöriger.

Demenz-Früherkennung: KI-Apps, Bluttests und neue Hilfsprojekte im Überblick
Ein Smartphone mit einer medizinischen App zur kognitiven Gesundheitsüberwachung in einer modernen Praxisumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die App-Landschaft zur Erkennung von Demenzerkrankungen wächst rasant. Neben etablierten Tests mit Millionen Downloads drängen neue KI-basierte Verfahren auf den Markt.

Screening-Apps mit großer Reichweite

Eine populäre Alzheimer-Test-App verzeichnet bis Anfang August 2026 über 78,1 Millionen Downloads und mehr als 317.000 Bewertungen. Im Google Play Store finden Android-Nutzer zudem kostenlose Anwendungen mit Bewertungen von bis zu 4,9 Sternen, die eine erste Einschätzung kognitiver Leistungen ermöglichen. Die Programme setzen auf verschlüsselte Datenübertragung und verzichten teilweise auf umfassende Datenerhebung.

KI analysiert Gesichtsmerkmale

Das Startup AlziDetect präsentierte Anfang August ein webcam-basiertes Screening-Tool, das 468 Gesichtsmerkmale analysiert. Der Vorgang dauert weniger als drei Minuten. Das Projekt befindet sich in der klinischen Validierung und stützt sich auf Forschungsarbeiten mit Universitäten in Hongkong sowie der IEEE COMPSAC.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Forscher der Universität Ottawa: Ihr KI-Assistent erkennt psychische Notlagen anhand von Herzfrequenzvariabilität und Sprachmustern.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Ende Juli startete im Oberbergischen Kreis das Pilotprojekt „TeReS“. Die App versorgt pflegende Angehörige mit Fachwissen und regionalen Hilfsangeboten. Erprobt wird das System in Beratungsstellen in Bergneustadt, Gummersbach und Lindlar. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt bis Juni 2027.

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Demenzwochen und Seminarreihen

Vom 18. bis 27. September findet die 7. Bayerische Demenzwoche statt. Bereits im Vorfeld liegen rund 1.900 Anmeldungen vor – mehr als im Vorjahr mit 1.700 Terminen. Brandenburg startet im September zudem die Seminarreihe „Hilfe beim Helfen“ in Templin.

Bluttest sagt Alzheimer Jahre im Voraus

Bereits im Frühjahr 2026 stellte eine Fachzeitschrift einen Bluttest auf Basis des Proteins p tau217 vor. Das Modell wurde an über 600 älteren Erwachsenen getestet und soll den Beginn der Erkrankung mit drei bis vier Jahren Vorlauf vorhersagen können.

Seit 2014 unterstützt zudem ein Projekt von Samsung und der Universität Wien die Alzheimer- und Krebsforschung – mit Rechenkapazitäten von Smartphones.

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Demografische Prognosen treiben Entwicklung

Die Notwendigkeit solcher Systeme zeigt sich in aktuellen Zahlen: In Bayern leben über 270.000 Menschen mit Demenz. Bis 2040 könnte die Zahl auf 380.000 steigen. Im Kreis Nordfriesland erwarten Prognosen bis 2060 eine Verdopplung auf rund 5.000 Betroffene – lokale Verbände sehen diese Marke teils schon heute erreicht.

Experten betonen: Der Lebensstil beeinflusst die Alterung des Gehirns und kann Demenzprozesse potenziell aufschieben.

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